„Für eine liberale Ordnung“

„Für eine liberale Ordnung: Gegen die Diktatur des »Wir« und des »Man«“ von Markus Weilandt; Verlag Leuenhagen & Paris; 196 Seiten; 19,99 EUR

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Buchbesprechung

Ein Statement vorweg – die Lektüre ist kein Spaziergang. Nicht inhaltlicher Art, aber noch viel weniger im Sinne sprachlicher Leichtigkeit. Diplom-Politikwissenschaftler Markus Weilandt möchte jeden Satz genau verstanden wissen, liefert Definitionen en masse und zitiert aus sämtlichen Forschungsrichtungen, als gäbe es kein Morgen. Sehr sauber, lupenrein stringent, aber eben sperrig und (über)fordernd – doch für ihn wahrscheinlich der einzig praktikable Weg, um zum wissenschaftlichen Diskurs über den „ins Totalitäre fortschreitenden Anspruch der Gesellschaft“ anzuregen. Er prangert die „Entindividualisierung“ an, die kontinuierlich voranschreitet und an deren Stelle kollektivistische Denkweisen, Lösungsansätze und Verhaltensmuster treten. Das „Wir“ wird über das „Ich“ gestellt, ein schleichender Autoritarismus vonseiten des Staates – aber auch der Gesellschaft – beschneidet die Grundwerte der liberalen Ordnung, allen voran die persönliche Freiheit. Bevormundung, Gängelung und Gleichmacherei treten auf den Plan und ersticken letztlich die Freiheit des Geistes. Wird dieser Tendenz nicht Einhalt geboten, droht der freie und mündige Bürger am Ende des Weges auszusterben.

Fazit
Da Erkenntnis der erste Weg der Besserung ist, entlarvt Weilandt akribisch die vielfältigen manipulativen Mechanismen, mit denen individualistische Konzepte und Lebensformen im Alltag diskreditiert werden. Besonders das Kapitel zum Moralismus, der im täglichen Diskurs immer mehr um sich greift, den „die sich fortschrittlich Dünkenden“ gepachtet zu haben scheinen und der zu einer „Betroffenheitsmaschine in Politik, Medien und Kulturbetrieb“ entartet ist, hallt bleibend nach. So wird beispielsweise Umverteilung als das Gebot der Stunde postuliert und „als Verwirklichung höchster Sozialmoral angepriesen“. In Summe ergeben sich durch die Lektüre spannende Erkenntnisse – vorausgesetzt, man bringt die Geduld auf, sich durchzubeißen.

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