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Comeback der Commodities und Emerging Markets
Gemeinsamkeiten
Nimmt man die Entwicklung der Anlagesegmente Schwellenländer- und Minenaktien genauer unter die Lupe, kann man feststellen, dass beide nach einem längeren Dornröschenschlaf ein starkes Comeback feiern. Noch wichtiger: Vieles spricht dafür, dass die Entwicklung kein momentumgetriebenes Strohfeuer ist, weil der Aufschwung von überzeugenden Fundamentaldaten untermauert ist. Wer über Natural Resources verfügt, hat Macht – und wer sie für Konkurrenten verknappen kann, wie China bei den Seltenen Erden, verfügt über kräftige Hebel gegenüber anderen Ländern. Energiewende, Digitalisierung und KI kommen nicht ohne Rohstoffe aus. Eine deutlich steigende Nachfrage nach vielen Metallen trifft auf ein immer geringeres Angebot. Insofern deutet einiges darauf hin, dass das Commodity-Comeback erst am Anfang steht. Für Investments in Schwellenländeraktien sprechen nicht nur eine in vielen Regionen günstige Bewertung, sondern auch positive makroökonomische Daten.
Anleihenstrategie
Mit dem UBAM EM Responsible Income Opportunities (WKN: A2DR42; +11,5% in drei Jahren und damit mehr als die Vergleichsgruppe) können Investoren das Segment der Investment-Grade-Staats- und Unternehmensanleihen aus Schwellenländern abdecken. Die von Fabio Fregna und Raphaël Marechal gesteuerte Strategie, die auch Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigt, ist auf Risikobegrenzung und Verlustvermeidung fokussiert. Die Experten der Schweizer Union Bancaire Privée sehen vor dem Hintergrund eines schwächeren US-Dollar, einer nachlassenden Inflation und unterstützenden Zentralbanken deutlichen Rückenwind für Schwellenländeranleihen. Mit Blick auf die Länderstreuung sticht ein Südamerika-Schwerpunkt ins Auge. Chile, Mexico und Brasilien machen zusammen 32,6% im Portfolio aus. Zu den Top-Titeln zählen Staatsanleihen aus Paraguay und dem Sultanat Oman. Knapp 72% des Bondportfolios weisen ein BBB-Rating auf.
Mehrwert mit Frontier Markets
Der Coeli Frontier Markets Fund (WKN: A1XFVH; +88,1% in drei Jahren und damit deutlich mehr als die Wettbewerber) hat in unterschiedlichen Zeithorizonten eine beachtliche Outperformance sowohl gegenüber der Peergroup als auch gegenüber dem MSCI Frontier Markets Index geliefert. Der von Hans-Henrik Skov und James Bannan gemanagte Fonds kombiniert einen Top-down-Ansatz zur Länderanalyse mit einem Bottom-up-Ansatz zur Auswahl möglichst attraktiv gepreister Qualitätsunternehmen. Die Experten des schwedischen Assetmanagers Coeli schätzen an den Frontier Markets, die in der Entwicklung noch eine Stufe unter den Schwellenländern stehen, dass vergleichsweise wenig internationales Geld in diesen Ländern investiert ist. Dadurch sind sie von globalen Risk-on- und Risk-off-Entwicklungen relativ unabhängig. Die Manager setzen mit Blick auf die Bewertungen und die vergleichsweise geringen internationalen Investments auf vietnamesische Titel, die knapp 21% des Fonds ausmachen.
Nebenwerte im Fokus
Im iShares MSCI EM Small Cap ETF (WKN: A0RGER; +37,4% in drei Jahren und damit mehr als die Vergleichsgruppe) ist unter den Ländern Indien mit 24,2% am stärksten vertreten, gefolgt von Taiwan mit 19,7%. Sektoral betrachtet liegen IT-Unternehmen (19,4%) vorne, gefolgt von Industrieunternehmen (17,1%). Der MSCI Emerging Markets Small Cap ist mit ca. 1.900 Titeln extrem stark diversifiziert. Selbst die am höchsten gewichteten Positionen wie die taiwanesischen Halbleiterunternehmen Winbond Electronics und Phison Electronics sind im ETF nur mit rund 0,5% gewichtet.
Emerging Europe
Während Asien und Lateinamerika in Emerging-Market-Portfolios vertreten sind, werden Chancen europäischer Schwellenländer von Anlegern häufig liegen gelassen. Durch den Krieg zwischen der Ukraine und Russland werden etliche Länder der Region Mittel- und Osteuropa von Anlegern gemieden. Die estnische Trigon Asset Management investiert mit ihrem TRIGON New Europe Fund (WKN: A2DYMJ; mit +118,1% deutlich mehr als die Peergroup) nach Werthaltigkeitskriterien. Das Portfolio mit aktuell 52 Aktien wird von Mehis Raud verantwortet. Aufgenommen werden darin Titel, die mit Blick auf Gewinnwachstum oder den Cashflow unterbewertet sind. Gern gesehen ist zudem eine attraktive Dividendenrendite. Zu den Kernmärkten, in die investiert wird, gehört Polen (aktuell mit 35,3% im Fonds gewichtet), aber u.a. auch Ungarn und Kasachstan. Der breite Emerging-Europe-Aktienmarkt ist für das aktuelle Jahr mit einem KGV von 10,2 gepreist. Nicht nur gegenüber US-Titeln und den Aktien der entwickelten europäischen Volkswirtschaften, sondern auch gegenüber dem breiten EM-Aktienmarkt bedeutet das einen deutlichen Abschlag. Das Aktienportfolio des Fonds ist mit einem durchschnittlichen 2026er KGV von 8,6 sogar noch günstiger bewertet. Unter den Top-Titeln des Portfolios finden sich die polnische PKO Bank Polski und das kasachische Fintech-Unternehmen Kaspi.kz JSC.
Renditen vom Zuckerhut
Lateinamerika punktet u.a. durch attraktive Binnenmärkte, eine noch relativ junge Erwerbsbevölkerung und Rohstoffvorkommen. Einerseits müssen sich Aktienanleger, die in der Region investieren, auf eine hohe Volatilität einstellen, andererseits bieten sich neben Renditechancen auch Möglichkeiten zur Diversifikation. 2022 konnte sich der Aktienmarkt gemessen am MSCI EM Latin America Index von den Verlusten des MSCI World und des MSCI Emerging Markets positiv abheben. Im Amundi Latin America Equity (WKN: A1C8Q3; +54,5% in drei Jahren und damit mehr als die Vergleichsgruppe) dominiert wie in den meisten Lateinamerikaportfolios Brasilien (aktuell: 58,9%), gefolgt von Mexiko (26,6%). Am stärksten sind in dem von Patrice Lemonnier und Lionel Bernard gemanagten Fonds mit 30,3% Finanztitel vertreten, an zweiter Stelle folgen in der rohstoffreichen Region Grundstoffe mit 16,9%. Zu den am stärksten gewichteten Titeln gehören der Kupferproduzent Grupo México, der Mineralölkonzern Petroleo Brasileiro und die Banco Bradesco.
Zukunftstechnologien im Blick
Der Global X Disruptive Materials ETF (WKN: A3DJQP; +40,9% in drei Jahren und damit etwas weniger als die Wettbewerber) bildet einen Korb von Minen ab, die Rohstoffe für disruptive und zukunftsträchtige Technologien wie Lithiumbatterien, Brennstoffzellen oder die Robotiktechnologie abbauen. Dazu zählen u.a. Seltene Erden, Zink, Palladium und Platin. Für den Zeitraum bis 2032 gehen Prognosen davon aus, dass der Markt für Seltene Erden auf 8,2 Mrd. USD steigen könnte. 2024 lag er bei 3,7 Mrd. USD. Die zugrunde liegende Benchmark des ETFs ist der Solactive Disruptive Materials Index, der aktuell 49 Aktien umfasst. Mit rund 26,5% hat der ETF einen vergleichsweise starken Chinafokus. Zu den aktuellen Kerninvestments zählen etwa die südafrikanischen Minen Impala Platinum Holdings und Valterra Platinum.
Metalle für die Energiewende
Der von Mark Burridge gesteuerte Bakersteel Electrum Fund (WKN: A0F6BP; +90,5% in drei Jahren und damit mehr als die Vergleichsgruppe) investiert in Industriemetall- und Edelmetallminen. Ein besonderer Fokus liegt auf Spezialmetallen, die für Renewables, E-Mobilität und den Netzausbau benötigt werden. Zu den Auswahlkriterien des Stock-Picking-Prozesses zählen u.a. das Explorations- und Wachstumspotenzial der Minen. Auch Nachhaltigkeits- und Bewertungskriterien spielen eine Rolle. Mit Blick auf überdurchschnittliche Wachstumsperspektiven werden auch Nebenwerte berücksichtigt. Zu den am höchsten gewichteten Aktien zählen der Urankonzern Cameco, das kanadische Bergbauunternehmen Lundin Mining und der Aluminiumkonzern Alcoa.
Silberschwerpunkt
Der von Martin Siegel gelenkte Stabilitas Silber+Weissmetalle (WKN: A0KFA1; +183,4% und damit etwas weniger als die Peergroup) deckt das Segment der Silberproduzenten von den großen Playern bis zu Nebenwerten ab. Auch Silberexplorer sowie Platin- und Palladiumminen finden Berücksichtigung. Zu 30% sind aktuell Goldminen gewichtet. Die Strategie verfolgt einen wertorientierten Ansatz und konzentriert sich auf Regionen mit politischer Stabilität. Der Silberminenfonds ist auch Teil unseres Fondsmusterdepots und hat dort zuletzt einen erheblichen Performancebeitrag geliefert. Zu den Top-Holdings zählen Coeur Mining und der größte Silberproduzent Fresnillo.
Lithium und mehr
Tobias Tretter von der Commodity Capital AG steuert den Structured Solutions Next Generation Resources (WKN: HAFX4V; +19,5% in drei Jahren und damit weniger als die Vergleichsgruppe). 33,9% sind im Lithiumsegment investiert, das aus Sicht des Fondsstrategen das Metall mit dem stärksten Nachfragewachstum (25% p.a.) darstellt. Tretter setzt u.a. auf die kanadischen Lithiumexplorer Q2 Metals Corp. und LI-FT Power. Neben Lithium hält Tretter aktuell unter den Rohstoffen vor allem Silber und Kupfer für besonders attraktiv. Gold- und Silberminen sind derzeit zu 45% gewichtet. Mit knapp 87% liegt ein starker Fokus auf chancenreichen Junior-Minen, die aber auch vergleichsweise volatil sind.



