Dividendenfonds/-ETFs

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Inside

Dividende und kein Ende?
Ausschüttungsorientierte Aktionäre haben aktuell keinen Grund zur Klage. Nach Angaben des ETF-Pioniers Vanguard sind die globalen Unternehmensausschüttungen im vergangenen Jahr um 5,3% gestiegen. Mit 2,3 Bio. USD wurde dadurch ein neuer Rekordwert aufgestellt. Die entwickelten Märkte haben mit 83% einen hohen Anteil am Wachstum des Dividendenkuchens. Mit Blick auf die Sektoren waren vor allem Finanztitel (+14%) sowie Industrieunternehmen (+13%) für ein Wachstum der Ausschüttungen verantwortlich. 2026 erwartet Vanguard weiteren Rückenwind für Dividenden. Aus Sicht der Experten sorgen beispielsweise steigende Metallpreise für starke Cashflows im Industrie- und Grundstoffsektor; in Branchen, die traditionell attraktive Dividendenrenditen aufweisen.

Passives Einkommen,
passives Investment

Der vierteljährlich ausschüttende VanEck Morningstar Developed Markets Dividend Leaders ETF (WKN: A2JAHJ; +64% in drei Jahren und damit deutlich mehr als die Peergroup) trackt einen Morningstar-Dividendenindex, der 100 Titel aus den entwickelten Volkswirtschaften umfasst. Schwellenländer bleiben außen vor. Wichtige Kriterien für die Indexaufnahme sind die Dividendenrendite sowie Wachstum und Nachhaltigkeit der Ausschüttungen. Zu den Top-Holdings des ETFs zählen aktuell die US-Blue-Chips ExxonMobil, Verizon Communications und Pfizer. Obwohl drei US-Titel am höchsten gewichtet sind, ist das USA-Exposure mit 23,5% im ETF deutlich niedriger als in beliebten globalen Aktienbenchmarks ohne Dividendenfokus wie dem MSCI World.

Abseits der Benchmarks
Die Strategie des von Marco Jansen, Christian Köpp und Andre Koppers gesteuerten Oberbanscheidt Dividendenfonds (WKN: A12BTG) ist dezidiert benchmarkfern und liefert seit Auflegung im April 2015 in unterschiedlichen Phasen eine beachtliche Outperformance. Auf Sicht von drei Jahren lag der Wertzuwachs bei 85,8%. Den Kern des Portfolios bilden werthaltige und wettbewerbsfähige Unternehmen mit stabilen Dividenden in der Vergangenheit und Potenzial für wachsende Ausschüttungen in der Zukunft. Darüber hinaus werden Aktien beigemischt, mit denen sich spezielle Themen wie Infrastruktur, Fischfarmen und Gold umsetzen lassen. Der US-Anteil ist mit 5,7% sehr gering, Norwegen und Schweden sind dagegen zusammen mit knapp 17% im Portfolio vertreten. Zu den Top-Titeln zählen aktuell BP, Münchener Rück sowie die norwegisch-schwedische Reederei Wallenius Wilhelmsen.

Sicherheit vor Rendite
Der von Thomas Schüßler gemanagte DWS Top Dividende (WKN: 984811; +36,5% in drei Jahren und damit leicht hinter der Peergroup) ist mit einem Volumen von gut 21 Mrd. EUR ein Schwergewicht unter den Dividendenfonds. Das valueorientierte Portfolio ist dezidiert defensiv ausgerichtet. Die Folge: Auf geringe zwischenzeitliche Verluste des Fonds in Baissen konnten sich Anleger im 2003 aufgelegten Fonds verlassen. In der Hausse neigte das Portfolio allerdings zur Performanceschwäche. Mit Blick auf Ausschüttungen achtet Schüßler auf eine Dividendenrendite, die über dem Marktdurchschnitt liegt; aktuell beträgt sie im Portfolio 3,1%. Die am stärksten gewichteten Titel sind aktuell Agnico Eagle Mines, Taiwan Semiconductor sowie der Pharma- und Konsumgüterkonzern Johnson & Johnson. Für einen Dividendenfonds ungewohnt ist die Allokation von Gold, das bekanntlich zahlreiche Vorzüge bietet, aber keine Dividenden ausschüttet.

Bewusste Indexnähe
Die Retailtranche des Bantleon Top 35 (WKN: A3DDQW) wurde im Juli 2024 lanciert und verfolgt mit einem konzentrierten Portfolio von Large Caps der Eurozone eine qualitätsorientierte Dividendenstrategie. Seit Auflegung liegt der Wertzuwachs bei 28,1%. Es werden mindestens 35 dividendenstarke und attraktiv bewertete Titel nach Qualitätskriterien aus dem STOXX Europe 600 selektiert. Bei der Auswahl finden Nachhaltigkeitskriterien Berücksichtigung, die beispielsweise keine Investments in Rüstungsaktien ermöglichen. Aktuell liegt die erwartete Dividendenrendite des Fonds bei 3,6%. Frankreich und Deutschland sind mit jeweils 29% annähernd gleich vertreten. Zu den Kerninvestments zählen der niederländische Halbleiterausrüster ASML Holding, die spanische Banco Santander und die deutsche Softwareschmiede SAP.

Werthaltigkeit trifft Dividende
Der von Johannes Hesche gemanagte ACATIS Value und Dividende (WKN: A1W9AY; +39,5% in drei Jahren und damit mehr als die Peergroup) ist mit 30 bis 36 Titeln recht fokussiert. Der Value-Ansatz ist global ausgerichtet. Die Gewichtung der Titel, die eine Dividendenrendite von mindestens 2% aufweisen, liegt jeweils bei 2,5% bis 4,5%. Der Fondsmanager investiert in Unternehmen mit herausragendem Geschäftsmodell, hohen Margen und einem starken Free Cashflow, der die Dividendenfähigkeit der Firmen gewährleistet. Aktuell setzt Hesche u.a. auf Taiwan Semiconductor und Eli Lilly.

Schwellenländerfokus
Omar Negyal steuert den JP Morgan Emerging Markets Dividend Fund (WKN: A1J9HJ; +46,1% auf Sicht von drei Jahren und damit geringfügig weniger als die Vergleichsgruppe). Die Strategie identifiziert Unternehmen, die nicht nur eine attraktive Dividendenrendite aufweisen, sondern die Ausschüttungen künftig auch möglichst steigern. Im Zusammenhang mit dem substanz- und valueorientierten Ansatz wird u.a. auf die Entwicklung des Cashflows der Unternehmen geachtet. Aktuell sind TSMC, Samsung Electronics und Tencent signifikant im Portfolio vertreten. Die am stärksten gewichteten Regionen liegen u.a. mit China (25,6%) und Korea (17,4%) im asiatischen Raum.

Quality First
Der Fidelity US Quality Income ETF (WKN: A2DL7C; +41,6% in drei Jahren und damit etwas weniger als die Peergroup) konzentriert sich auf US-Qualitätsunternehmen mit attraktiven Dividendenausschüttungen wie NVIDIA, Apple und Microsoft. Der Bottom-up-Ansatz nutzt einen Qualitätsscore, der u.a. Fundamentaldaten wie Cashflow und Eigenkapitalrendite berücksichtigt. Erst nachdem die Unternehmen die Qualitätsprüfung bestanden haben, kommt der Dividendenfokus zum Tragen.

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