
Chefredakteur
Editorial 03/2026
Welch unfassbar heftige Bewegung war das um die Monatswende an den Edelmetallmärkten: Silber war über Wochen hinweg fast senkrecht nach oben geschossen und kollabierte dann in nur sieben Handelstagen um fast die Hälfte! Gold verlor knapp 22%. Die große Frage in den Medien, aber auch vonseiten unserer Leser lautete: War’s das nun mit den Edelmetallen? Antwort: Natürlich nicht! Nehmen Sie es als Chance zum noch einigermaßen günstigen Einstieg. In unserem neuen Heftteil „Rohstoffe“, den wir zusammen mit Swiss Resource Capital gestalten, behandeln wir den Edelmetallcrash ausführlich und geben Ihnen einige Überlegungen mit, wie man mit solch hochvolatilen Phasen umgehen sollte – von S. 50 bis 55.
Weitaus weniger volatil geht es in Marktsegmenten zu, in denen relativ konstante Ausschüttungen zu erwarten sind. Da wären zunächst die Anleihen zu sehen, welche auf S. 12 behandelt werden. In diesem Zusammenhang haben wir im Rahmen unserer Rubrik Österreichische Schule die vielen undurchdachten Theorien zu Zinsen und Zinseszinsen von selbsternannten Weltverbesserern entzaubert. Mehr dazu auf S. 16.
Relativ konstant sind auch die Unternehmensausschüttungen, zumindest in einer Durchschnittsbetrachtung. Mit dem bald einsetzenden Frühjahr beginnt in Deutschland wieder die sogenannte Dividendensaison. Einige grundlegende Gedanken dazu sowie Ideen für Investments mit hohen und kontinuierlichen Ausschüttungen, auch bei ausländischen Gesellschaften, finden Sie von S. 6 bis 11.
Auf vielfachen Wunsch aus der Leserschaft beginnen wir in dieser Ausgabe mit der ersten wikifolio-Rubrik, welche zukünftig abwechselnd mit der Rubrik „Phänomene des Marktes“ erscheinen wird. Als Startschuss haben wir ein Gespräch mit dem wikifolio-Gründer und -Vorstand Andreas Kern geführt. Dabei erläutert er u.a., wie sich die Top-wikifolio-Trader in den verschiedenen Marktphasen verhalten und wie diese Information von jedem normalen Anleger genutzt werden kann (S. 24).
„DAX 25.000 bis 2025!“ – so lautete die Prognose von Dietrich Denkhaus aus dem Jahre 2023. In jenen Tagen notierte der DAX unterhalb von 16.000 Punkten und die Stimmung an den Börsen war ziemlich schlecht; es herrschte noch Corona-Lethargie. Es gab damals einiges ablehnendes, ja teils hämisches Feedback unserer Leser, so etwa dieses: „Wie kann man nur so einen Unfug prognostizieren und dann auch noch abdrucken?“ Heute wissen wir, dass es ein Volltreffer war. Grund genug für uns, wieder einmal beim Elliott-Wellen-Analysten Denkhaus anzufragen, wie er nun DAX, NASDAQ und die Edelmetalle sieht – ab S. 60.
Und noch viele weitere Themen warten darauf, gelesen zu werden: etwa die Geschichte, warum seit einiger Zeit Italien einen enormen Zuzug von Millionären erlebt (S. 26), oder ein Stück darüber, warum die Quantensprünge bei der Rechenleistung nun auch einen Durchbruch in der Robotik ermöglichen, samt Aktienempfehlungen (S. 44). Erich Hambach erläutert in seinem Beitrag ab S. 20, was man beim Thema Kapitalschutz alles falsch machen kann. Was es mit der neuen Stoßrichtung der US-Geostrategie auf sich hat, erklärt uns der Autor Wolfgang Effenberger im Interview auf S. 18, und wie dies womöglich den Ölmarkt und die entsprechenden Aktien beeinflussen wird, das lesen Sie auf S. 50.
Viel Lesefreude wünscht Ihnen
Ralf Flierl
Chefredakteur



