„Die Jahrtausendlüge“

ARTIKEL TEILEN

Facebook
Twitter
LinkedIn
Email

Buchbesprechung

Nach seinem Werk „Die Jahrhundertlüge“ aus dem Jahr 2012 hat Heiko Schrang nun „Die Jahrtausendlüge“ ins Rennen geschickt, welche die Leser beim „Erwachen aus dem Traum der Unkenntnis und Täuschung“ unterstützen soll. Seinen eigenen Angaben zufolge soll das Buch als „ultimatives Nachschlagewerk“ verstanden werden, das einen Gegenpol zu öffentlicher Zensur und Manipulation im Kontext von Suchmaschinen, Online-Enzyklopädien oder tendenziösen Internetseiten darstellt. Man könnte auch formulieren, dass „Schwarz-auf-Weiß“ dem „Digital-Farbigen“ im Zeitalter von Künstlicher Intelligenz in puncto Beständigkeit und vor allem Verbindlichkeit bereits den Rang abgelaufen hat.

Ansonsten trifft man bei Schrang auf alte Bekannte; wären es Kleidungsstücke, müsste man sogar von alten Socken sprechen – das geht strenggenommen so weit, dass das Jahrhundert eigentlich ausgereicht und kein Jahrtausend nachgeliefert hätte werden müssen: Bilderberger, Kennedy-Verschwörung, Illuminaten, Skull & Bones, Atlantik-Brücke, Geldschöpfung oder Beeinflussung von Nachrichtenagenturen, um nur einiges zu nennen. Da hebt es einen nicht wirklich aus dem Sattel, aber manchmal höhlt eben der stete Tropfen den Stein – falls nicht noch „Die Urlüge“ als hyperultimativer Augenöffner in der nächsten Runde nachgeliefert wird, kann man das einfach mal so stehenlassen.

Aus aktuellem Anlass ist die Auflistung von Lügen, die im Vorfeld von Kriegen als „Legitimationsgründe“ vorgelegt werden, spannend zu lesen – Erster Weltkrieg, Pearl Harbor, Tonkin-Zwischenfall, Irakkrieg, Afghanistan oder Lybien oder Ukraine. Eigentlich unglaublich, dass diese primitiv-durchschaubare Stimmungsmache bis in die Gegenwart bei vielen verfängt und für bare Münze genommen wird.

Fazit
Im Idealfall muss ein Autor sich seine neugewonnenen Gedanken in einem Buch von der Seele schreiben, damit ihm nicht der Kopf platzt. Bei der Jahrtausendlüge bestand diese Gefahr eher nicht – hat der Autor aber zumindest auch so kommuniziert.

UNSERE EMPFEHLUNGEN