Schutz durch wahre Werte

Dr. Holger Schmitz

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Kolumne

Gastbeitrag von Dr. Holger Schmitz, Vorstand der SCHMITZ & PARTNER AG

2025 war ein starkes Jahr für Gold – und vieles spricht dafür, dass sich dieser Trend fortsetzt. Die Entwicklung wurde und wird vor allem von zwei Faktoren getragen: der weiter steigenden Staatsverschuldung in der Eurozone und den USA sowie den umfangreichen Käufen internationaler Notenbanken.

Treiber des Goldpreises
Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Die geopolitische Lage ist unsicher, Gold fungiert als Sicherheitsanker. Zugleich wollen sich immer mehr Staaten zumindest teilweise vom US-Dollar-Finanzsystem lösen. Parallel versuchen zahlreiche Länder, den realen Schuldenstand durch höhere Inflation zu drücken. Da die Goldmenge jährlich nur um rund 1,8% wächst, die Menge des ungedeckten Papiergeldes wegen dieser Politik jedoch um mehr als diese 1,8% zunimmt, setzt sich der relative Wertzuwachs des Goldes fort. Kurzfristig könnte es aber zu Rücksetzern kommen. Sollte der Goldpreis zu schnell steigen, könnte die US-Notenbank eingreifen. Die Federal Reserve hat genug Spielraum, einem überhitzten Markt entgegenzuwirken, denn die USA sind mit Abstand im Besitz der größten Goldreserven weltweit. Ende 2024 waren es mehr als 8.000 Tonnen. Warum sollte die Fed intervenieren? Um damit auch den Eindruck zu zerstreuen, dem Finanzsystem ginge es nicht gut – denn dafür ist ein steigender Goldpreis ein verlässlicher Indikator. Man zerschlägt also lieber das Fieberthermometer, als die Krankheit zu heilen.

Silberpotenzial
Silber besitzt sogar ein noch deutlich größeres Anstiegspotenzial als Gold. Erstens ist es in den vergangenen Jahren zu einer zunehmenden Angebotsverknappung gekommen. Rechnet man zweitens die Inflation ein, müsste sich sein Preis mehr als verdreifachen, um den historischen Höchststand aus dem Jahr 1980 real zu übertreffen. Gold hingegen hat seine Rekordmarke aus demselben Jahr schon wieder erreicht. Trotz der enormen Preisanstiege im Jahr 2025 dürfte sich also auch weiterhin ein Einstieg bei Gold und Silber lohnen, denn ein Ende der vorherrschenden strukturellen Rahmenbedingungen zeichnet sich nicht ab.

Bild: © Michael Simon – stock.adobe.com

Substanztitel
Allerdings sollten Edelmetalle nur eine von drei Säulen sein, mit denen sich Anleger gegen die vielen globalen Unwägbarkeiten und die politisch vorangetriebene schleichende Enteignung durch Geldentwertung in der Eurozone schützen können. Harte Währungen wie die norwegische Krone und allen voran der Schweizer Franken sowie substanzstarke Aktien bilden gemeinsam mit Gold und Silber einen wirksamen Schutz gegen Wertverluste.

Apropos Währungen: 2026 geht der Euro in sein 25. Jahr als Zahlungsmittel. Es wäre wünschenswert, wenn es bei diesem Intermezzo bliebe! Er ist und bleibt eine Wunschwährung europäischer Politiker, die Volkswirtschaften in sich vereinigt, die nicht zusammenpassen. Das ist immerhin eine gute Nachricht zum Jahreswechsel: Anleger sind den Herausforderungen nicht hilflos ausgeliefert, sondern können sich mit einer klugen, diversifizierten Strategie, die auf wahre Werte setzt, wirksam schützen.

Vita: Dr. Holger Schmitz ist Bankkaufmann, Diplom-Kaufmann und promovierter Ökonom. Erste Aktienkäufe tätigte er bereits mit 16 Jahren. In seiner Diplomarbeit beschäftigte er sich mit „Aktienanalyse und Portfolioentscheidungen mit Künstlicher Intelligenz“, in seiner Dissertation ging es um „Individuelle Depotverwaltung mit Investmentfonds“. Beide Themen bilden bis heute seine Interessen- und Tätigkeitsschwerpunkte. Viele Jahre arbeitete Schmitz in München mit der Börsenlegende André Kostolany zusammen, bevor er 1997 die SCHMITZ & PARTNER AG (Vermögensverwaltung) und 2005 die Schmitz & Cie. GmbH (Fondsberatung) gründete. Zusätzlich verantwortet er die Anlagepolitik der beiden sich ergänzenden vermögensverwaltenden Investmentfonds Schmitz & Partner Global
Offensiv und Schmitz & Partner Global Defensiv. Letzterer belegt mit rund +23% YTD im Ranking von „DAS INVESTMENT“ (Stichtag: 11.12.2025) den 1. Platz unter knapp 400 Fonds der Kategorie „Mischfonds defensiv Welt“. Schmitz lebt und arbeitet seit mehr als 30 Jahren in der Schweiz am Lago Maggiore.

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