Analyse
Dividendentitel als klassischer Portfoliobestandteil
Ein wesentlicher Vorteil eines ausschüttenden Dividendenfonds liegt im regelmäßigen, passiven Einkommen, das insbesondere in Niedrigzinsphasen attraktiv ausfallen kann. Da dividendenstarke Unternehmen praktisch immer in ihren Märkten etabliert und fundamental solide aufgestellt sind, nutzen viele Investoren dieses Genre als stabilisierendes Element im Kontext eines Gesamtportfolios – natürlich auf Kosten strukturell niedrigerer Kurszuwächse wegen fehlender Wachstumsunternehmen. Angestrebt wird von Metzler, Unternehmen mit steigender Dividendenrendite zu identifizieren und auf diesem Weg Potenzial für Kursgewinne zu schaffen. Bei der grundsätzlichen Entscheidung für einen Dividendenfonds spielt der Inflationsschutz stets eine wichtige Rolle. Dividendenaktien schnitten in den vergangenen Jahren in schwachen Konjunkturphasen deutlich besser ab als der gesamte Aktienmarkt, da sich Dividenden in der Regel deutlich stetiger als Unternehmensgewinne entwickeln.
Fokussiertes Portfolio
Der Metzler-Fonds setzt auf ein komprimiertes, aktiv gemanagtes Portfolio von etwa 50 Dividendentiteln. Die Titelauswahl auf Basis stiltreuen und aktiven Stock-Pickings könnte klassischer kaum vorgenommen werden: Der Bottom-up-Ansatz ergründet die Qualität eines Geschäftsmodells und analysiert die finanzielle und bilanzielle Lage eines Kandidaten. Die Bewertung erfolgt top-down im Kontext der volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen und unter Einbeziehung wichtiger Investmenttrends. Wesentliches Ziel ist ein attraktives Auszahlungsprofil des Fonds durch eine ausgewogene Mischung aus Aktien mit hohen Dividendenrenditen und solchen, denen überdurchschnittliches Dividendenwachstum zugetraut wird.
Etwa 800 Titel im Universum
Das Anlageuniversum beziffert Metzler Asset Management mit etwa 800 europäischen Dividendentiteln, aus denen nach den genannten Analyseschritten 40 bis 60 Titel selektiert werden. Metzler wendet ein Multifaktorenmodell an, das u.a. die Dividendenrendite, das Dividendenwachstum, die Deckung der Dividende durch Free Cashflows oder auch den Piotroski-Score berücksichtigt, mit dem vor allem Value-Titel selektiert werden. Auch innerhalb des Dividendenuniversums ist es auf diesem Weg möglich, zu diversifizieren; in volatilen Zeiten wird durchaus auf bis zu 60 Werte erhöht. Innerhalb einiger eher homogener Sektoren, etwa Minenwerte, Ölaktien oder auch Automobile, sieht Fondsmanager Boris Anbinder die Unternehmen von sehr ähnlichen Treibern abhängig. Deswegen könne man die Titelanzahl in diesen Segmenten normalerweise begrenzt halten; in Zeiten anhaltend hoher Volatilität wird die Anzahl der Aktien im Portfolio aber erhöht, um die Einzeltitelrisiken zu begrenzen.
Fokus auf Europa derzeit vorteilhaft
Europa scheint nach Jahren der Vernachlässigung wieder auf dem Radar der Anleger zu sein. „Das Sentiment hat sich deutlich verbessert; der Nicht-investierbar-Status, insbesondere bei deutschen Unternehmen, ist abgelegt“, befindet Fondsmanager Anbinder. Viele europäische Investorenkonferenzen erfreuten sich Rekordbeteiligungen. Zudem seien deutlich mehr US-Investoren vertreten, als Metzler dies in den letzten Jahren gesehen habe. „Die Hausaufgaben werden also gemacht – die große Verschiebung aus den USA nach Europa ist aber noch nicht angestoßen. Es gibt also theoretisch reichlich trockenes Pulver, das in Europa investiert werden könnte. Selbst eine kleine Veränderung der Regionenallokation der großen globalen Vermögensverwalter von wenigen Prozentpunkten in Richtung Europa würde sehr viele Milliarden an Zuflüssen in europäische Aktien bedeuten“, sieht der Fondsmanager den Fokus des Fonds als vorteilhaft.
Kombiniert wird dieses Setting mit dem im gesamten Hause Metzler gepflegten Nachhaltigkeitsansatz, um substanzielle Verluste infolge von Reputationseinbußen zu minimieren und die Performance durch zusätzlich ermittelte Alphaquellen zu steigern. Es finden sich zahlreiche nachhaltige Unternehmen, aber auch Transitioner im Portfolio.
Fazit
Dividendentitel zählen zu den Evergreens bei Investoren, denn die möglichst verlässliche Ausschüttung ist als Basiseinkommen beliebt. Darüber hinaus gilt die Dividende als Kurspuffer, falls das Hauptziel des Invests auf den Vermögenserhalt abzielt. Metzler Asset Management adressiert das Thema im Dividenden Europa dabei dank des langjährigen Track Records bei den Ausschüttungen (zumeist um 2,5% p.a.) eindeutig aus der Einkommensperspektive.


