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Über Rohstoffaktienfonds und -ETFs
Vom Smartphone in der Hand bis hin zum warmen Zimmer – nahezu jeder Aspekt des modernen Lebens basiert auf der Verfügbarkeit von Rohstoffen. Bemerkbar wird das oft erst, wenn die freie Verfügbarkeit benötigter Ressourcen bedroht ist oder durch Verknappung deutlich steigende Preise Störgefühle erzeugen. Der Blick auf die Zapfsäule macht das für Autofahrer aktuell schmerzhaft erlebbar. Rohstoffe sind das buchstäbliche Schmiermittel der Weltwirtschaft. Einerseits altert die traditionelle Infrastruktur in entwickelten Volkswirtschaften, andererseits werden durch technologische Entwicklungen, die die Energiewende begleiten, in großem Umfang Metalle benötigt. Zudem wächst in den Schwellenländern der Wohlstand, was den Rohstoffhunger bei Baustoffen, Energie und Nahrungsmitteln vorantreibt. Selbst das viel geschmähte Öl wird noch deutlich länger im Spiel bleiben, als viele selbsternannte Experten glauben machen wollten. Vieles spricht daher für einen neuen Rohstoffzyklus.
Minenanleihen
Der Structured Solutions Resource Income Fund (WKN: A2AT4F; +20,1% in drei Jahren und damit mehr als die Vergleichsgruppe) von der Commodity Capital AG ermöglicht Anlegern, die die hohe Volatilität von Rohstoffen und Rohstoffaktien scheuen, einen Zugang zum Rohstoffsektor über die Anlageklasse Anleihen. Einen Blick in das Innenleben des Fonds erhalten Sie auf S. 25.
Rohstoffe regelbasiert
Norbert A. Völler und Armin Sabeur investieren im Optinova Metals & Materials (WKN: A1J3K9; +67,6% in drei Jahren und damit deutlich mehr als die Wettbewerber) regelbasiert und prognosefrei. Der Anteil der 40 Rohstoffaktien kann zwischen 30% und 60% (aktuell: 49,9%) betragen. Die Auswahl der Titel wird über einen sogenannten QVM-Ansatz gesteuert; die Abkürzung steht für die Kriterien Quality, Value und Momentum. Der Gewichtungskorridor der Rohstoff-ETCs, die die Aktien ergänzen, liegt bei 15% bis 30% (Edelmetalle) bzw. 5% bis 10% (Industriemetalle). Nahrungsmittel und fossile Energien bleiben im Rohstoffreigen außen vor. Zur Reduktion von Risiken kann flexibel Liquidität gehalten werden.
Micro Caps, Marktführer und mehr
Der Kamaxus Resource Fund (WKN: A40X8Z; +57,6% seit Auflegung am 1.7.2025) aus dem Hause KAMAVEST Asset Management investiert weltweit in den Rohstoff- und Minensektor. Im Portfolio sind Aktien unterschiedlicher Marktkapitalisierungen von Micro Caps bis zu den großen Playern des Sektors versammelt. Die Marktkapitalisierungen spiegeln unterschiedliche Phasen der Minenunternehmen (Start-, Wachstums- und Expansionsphase) wider. Da diese Minen je nach Marktsituation unterschiedlich reagieren, bietet der Mix einen sinnvollen Diversifikationsansatz. Ergänzt wird das von Kai Hoffmann gesteuerte Portfolio durch Royalty- und Streaming-Unternehmen, die ohne die Risiken eines Minenbetriebs agieren. Die valueorientierte Strategie kombiniert die unterschiedlichen Portfoliobausteine mit Blick auf Stabilität und Outperformance.
Zukunftsmetalle
Der von Mark Burridge gemanagte Baker-steel Electrum Fund (WKN: A0F6BP; +103,3% in drei Jahren und damit deutlich mehr als die Peergroup) investiert in Förderer von speziellen Rohstoffen, die für Renewables, Netzausbau und E-Mobilität essenziell sind (u.a. Kobalt, Nickel und Lithium) sowie in Edelmetallminen (ca. 46%). Unternehmen, die mehr als 30% Umsatz mit Kohle machen, werden ausgeschlossen. Der Fokus liegt auf Nebenwerten, die Strategie berücksichtigt u.a. das Explorationspotenzial der Minen. Die gesammelten Informationen fließen in ein proprietäres Modell zur Identifikation von besonders werthaltigen Unternehmen. Zu den Top-Holdings zählen Pan American Silver und der Urankonzern Cameco.
Silberschwerpunkt
Der von Martin Siegel gelenkte Stabilitas Silber+Weissmetalle (WKN: A0KFA1; +185,6% in drei Jahren und damit mehr als die Vergleichsgruppe) hat einen klaren Fokus auf den kleinen Bruder des Goldes. Vor dem allgemeinen politischen und geldpolitischen Umfeld rät der Experte weiter zu Edelmetallen sowie entsprechenden Minen, auch wenn es nach überschießenden Preisen bei Precious Metals zu Gewinnmitnahmen gekommen ist. Aktuell investiert der Experte u.a. in Coeur Mining und Fresnillo. Ein regionaler Schwerpunkt des Portfolios liegt auf Kanada und Australien. Vorsichtiger ist Siegel in Westafrika, wo es zwar niedrigere Produktionskosten gibt, aber auch deutlich höhere politische Risiken zu tragen sind. Der Fonds deckt die gesamte Marktkapitalisierungsbandbreite der Silberminenaktien von Explorern bis hin zu großen Produzenten ab. Aufgrund der Marktenge von Silberminen wird ein Teil des Fonds aus Liquiditätsgründen auch in Goldminen (aktuell: ca. 25%) investiert.
Comeback des schwarzen Goldes
Unternehmen aus dem Öl- und Gassektor und Servicedienstleister der Energiebranche bilden das Anlageuniversrum des Fonds Raiffeisen-Energie-Aktien (WKN: A0D90Y; mit +58,5% in drei Jahren mehr als die Peergroup). Zu den Top-Holdings des Fonds zählen Big-Oil-Unternehmen aus den USA und Europa wie ExxonMobil, Chevron und TotalEnergies. Das hat seinen Grund: Global Player punkten mit Kostenvorteilen. Beigemischt werden Unternehmen, die von Energiewende, Energietransport und Energieeffizienz profitieren. Der Investmentprozess berücksichtigt auch makroökonomische Einschätzungen wie Rohstoffpreisprognosen oder Nachfrageentwicklungen.
Erstklassiges aus der zweiten Reihe
Der Earth Exploration UI (WKN: A0J3UF; +153,9% und damit deutlich mehr als die Wettbewerber) wird vom ausgewiesenen Minenexperten und Geologen Dr. Joachim Berlenbach gemanagt. Der Fonds mit einem Fokus auf Nebenwerte, deren Explorationspotenzial vom Markt noch unterschätzt wird, investiert über einen Werthaltigkeitsansatz. Die Bottom-up-Analyse umfasst fundamentale, geologische und technische Aspekte. Das Portfolio mit 35 bis 45 Titeln bietet wenig Überschneidungen zu Fonds, die in die großen Player investieren. Zu den Top-Holdings zählen beispielsweise das kanadische Goldminenunternehmen DPM Metals und Vizsla Silver.



