
Chefredakteur
Editorial 02/2026
Das neue Jahr hatte noch gar nicht richtig begonnen, da war schon alles völlig anders. Mit dem Überfall auf Venezuela hat US-Präsident Donald Trump eine natürlich lange im Vorhinein geplante Stafette an Konflikten – tatsächlichen und verbalen – losgetreten und damit die Welt in die gewünschte Schockstarre versetzt („Flood the Zone“). Kuba, Kolumbien, Kanada oder Grönland: Trumps Hunger nach Ausweitung der amerikanischen Einflusssphäre scheint grenzenlos zu sein. Andere Argumentationen, dass es den USA um Menschrechtsverletzungen, gefälschte Wahlen oder Drogen ginge, sind reine Nebelkerzen, die wirklich leicht zu durchschauen sind.
Und dann wäre da noch der Iran, vor dessen „Haustür“ nun US-Militär im großen Stil aufgefahren wird. Das Land im Mittleren Osten ist ein enger Verbündeter Chinas, wo es zeitgleich zu unserem Redaktionsschluss einen Putschversuch gegen Präsident Xi gegeben haben soll, angeblich mit freundlicher Unterstützung der CIA. Was das alles soll? Meine knappe Antwort: Es geht um Macht(ausweitung), eng verknüpft mit dem Thema Rohstoffe.
Waren in den letzten Jahren Unternehmen in Mode, welche sich mit Bits und Bytes beschäftigen, sind es inzwischen mehr und mehr Gesellschaften, welche reale Rohstoffe aus dem Boden holen. Deren Kurse steigen schon seit Monaten; durch Trump ist neuer Pfiff in die Szene gekommen. Ob bei Gold, Platin, Kupfer oder Uran – wir sehen hier momentan fast täglich neue Höchstkurse. Unsere sehr rohstofflastigen Musterdepots sind seit Jahresanfang bereits um ca. 15% (Aktien) bzw. ca. 13% (Fonds) gestiegen, was ein Mehrfaches der jeweiligen Benchmark ausmacht – siehe S. 41 und S. 63 rechts unten.
Was passiert, wenn ein Rohstoff über Jahrzehnte hinweg manipuliert wird und fast über Nacht die Strippenzieher dahinter an die Wand gedrückt werden, das dürfen wir gerade live beim Silber erleben: Das weiße Edelmetall hat sich allein in den letzten zwölf Monaten mehr als verdreifacht. Beim Blick in unser Archiv ist mir die einzige Ausgabe in unserer Heftgeschichte ins Auge gefallen, in welcher das Thema Silber in der Titelstory behandelt wurde, nämlich die Augustausgabe des Jahres 2004 – und ich kann mich noch erinnern, wie negativ damals die Leserreaktionen ausfielen. Bis heute beläuft sich die Silberperformance auf ca. +1.500%! Wie gut, dass wir mit der vorliegenden Ausgabe unsere Zusammenarbeit mit der SRC Swiss Resource Capital AG aus der Schweiz intensivieren werden. Mit deren Gründer Björn Paffrath, einem absoluten Branchenkenner und auch -insider mit enormer Erfahrung, und seinem Team haben wir nun Partner, um für einen langen und noch weittragenden Rohstoffboom gewappnet zu sein. Die in Koproduktion mit SRC neu eingeführte Rubrik „Rohstoffe“ finden Sie in diesem Heft auf S. 6 bis 13. Zu Beginn wird Ihnen Björn Paffrath seine Sicht auf den Rohstoff-Megaboom darlegen.
Ich wünsche Ihnen ein grandioses Jahr 2026! Bleiben Sie uns gewogen!
Ralf Flierl
Chefredakteur



