… und die Börse prophezeit, wer gewinnt
VW wird verlierenWenn Realität auf Politik trifft, dann hat es erst die Realität schwer, dann aber zuverlässig die Politik. Die wirtschaftlichen Folgen dieses Konflikts auszubaden haben letztlich ohnehin die Unternehmen und deren Beschäftigte. Brüssel, Berlin und Umweltschützer verlangten von der deutschen Autoindustrie Elektroautos. Konzernlenker steuerten in die gewünschte Richtung um. Doch die Verbraucher machen nicht mit. Die Mehrheit kauft weiter Benziner. Das hat jetzt Folgen für Volkswagen (WKN: 766400).
Der Konzern muss sparen. Von weiteren 20% ist die Rede, auch das Wort „Werksschließung“ soll gefallen sein und am 10. März wird Konzernchef Oliver Blume die Bilanz 2025 vorlegen … Die Anleger sind nicht dumm. Zwar können sie nicht in Vorstandssitzungen schauen, aber in Autohäuser. Junge Familien sitzen heute oftmals in frisch eröffneten Shops von BYD (WKN: A0M4W9) und adrette Verkäufer des aufstrebenden Konkurrenten machen vieles möglich. Umgeben sind sie von fesch geschnittenen, üppig mit angesagter Computerei ausgestatteten und dennoch bezahlbaren Karossen aus Fernost. Derweil ist Volkswagen das Volk abhandengekommen. Erst in den Köpfen, dann bei Modellen und Preisen.
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Übrigens auch im bevölkerungsreichen China. Dort herrscht Verkaufsflaute für VW, und in Nordamerika vermasselt die US-Zollpolitik das Geschäft. Dann ist da noch das Softwareproblem, das VW seit Jahren begleitet. Autobauer können Autos bauen. Mit Bits, Bytes und Betriebssystemen (BBB) tun sie sich dagegen schwer. Die neuen Elektroautos sind vor allem Computer auf Rädern und Computer brauchen vor allem die drei Bs. Wie düster die Aussichten erscheinen, kann man direkt am Kurs der Aktie ablesen. In den letzten knapp fünf Jahren hat er sich halbiert. Gegenwehr ist kaum zu erkennen. Es fehlen die Käufer, im Autohaus wie auf dem Parkett.
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Die französische Fonds-Gesellschaft H2O veranstaltet wieder ihren beliebten Makro-Lunch in ausgewählten, edlen Restaurants in München, Frankfurt und Hamburg.
Vincent Chailley, Group CIO und CIO H2O Monaco S.A.M., wird die makroökonomischen Ansichten des Hauses H2O präsentieren. Der Vortrag und die anschließende Fragerunde werden auf Englisch stattfinden.
Die Veranstaltung richtet sich an professionelle Investoren und vermögende Privatkunden.
Da die Plätze begrenzt sind, wird darum gebeten, sich bei Interesse direkt an Karina Perwald-Leroy zu wenden.

Google muss gewinnen
Der Begriff „Disruption“ ist ein wenig aus der Mode gekommen. Dabei ist die Disruption – genauer gesagt die Angst vor ihr – der eigentliche Antreiber für die schwindelerregend hohen Milliarden-Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) und Rechenzentren, welche Google-Mutter Alphabet (WKN: A14Y6F) und Konkurrenten wie Microsoft (WKN: 870747) sowie Meta (WKN: A1JWVX) aktuell tätigen. Google ist auf diesem Feld ein Getriebener. Unterläge der Konzern beim Rennen um die beste KI fürs breite Publikum, dann würde die zentrale Einnahmequelle des Suchmachinenriesen nicht länger sprudeln: das Werbegeschäft unter dem Google-„Suchschlitz“. Selbst ein leichter Druckabfall an der Quelle hätte am Aktienmarkt unabsehbare Auswirkungen. Eben deshalb will Alphabet dieses Jahr enorme 180 Mrd. USD in KI-Technik investieren. Solange das Werbegeschäft läuft, sei die Rekordinvestition vertretbar, sagen Analysten.
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Die Milei-Konferenz
Deutschland muss sich entscheiden:
Ein Weiter so mit höheren Steuern, mehr politischer (Fehl)-Steuerung und einem immer größeren Staatsapparat? Oder radikale Deregulierung, Wettbewerb und ein Rückzug der Politik aus vielen Entscheidungsbereichen in Wirtschaft und Gesellschaft?
Die Milei-Konferenz 2026 verzichtet bewusst auf allseits bekannte Problembeschreibungen. Hier diskutieren namhafte Redner aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik, was jetzt konkret getan werden kann, um Deutschland wieder wirtschaftlich stark, politisch handlungsfähig und gesellschaftlich freizumachen.
Im Zentrum steht eine gemeinsame Überzeugung:
Deregulierung ist kein Selbstzweck – sie ist die unabdingbare Grundlage für Wohlstand und eine der Zukunft zugewandte Gesellschaft mündiger Bürger und Familien.
Die Milei-Konferenz 2026 – für alle, die nicht länger verwalten, sondern selbst gestalten wollen!
Der Konzern muss „all in“ gehen, sein eigenes Kerngeschäft – die Google-Suche – selbst „disruptieren“ und sich gleichzeitig als KI-Suchmaschine neu erfinden. Die KI-Zusammenfassungen am Kopf der Google-Suchseite sind hier Anfang und Ausblick auf Künftiges. Webseitenbetreiber stellen bereits fest, dass weniger Besucher über die Google-Seite zu ihnen kommen. Vielen Surfern reichen die KI-Zusammenfassungen. Klickt der Nutzer auf der Google-Site allerdings auf eine passende Anzeige neben der KI-Zusammenfassung, dann scheint er bereits näher an einer Kaufentscheidung zu sein als früher, sagen Beobachter. Der Klick auf die Anzeige bei Google wird wertvoller und kann teurer verkauft werden.
Alphabets Milliardenwette auf den Sieg im KI-Rennen kann aufgehen. Google besitzt einen Datenschatz, generiert von erfolgreichen Apps und seinem Handy-Betriebssystem. Was die KI-Konkurrenten OpenAI, Perplexity und Anthropic an Daten erst heranschaffen müssen, das hat Googles KI „Gemini“ längst im Haus und bekommt es täglich aktualisiert von den Abermillionen Kunden der Google-Dienste Search, Maps, Gmail und Android. Bereits seit 2013 entwickelt Alphabet zudem eigene KI-Chips. Mittlerweile ist man mit dem TPU „Ironwood“ in der siebten Generation angekommen und macht sich mehr und mehr unabhängig von teurer Nvidia-Hardware.

KI frisst Software
… und Siemens gleich mit. Vorigen Donnerstag war die Welt noch in Ordnung für den deutschen Vorzeigekonzern mit der langen, ruhmreichen Industriegeschichte; mehr noch, sie war rosarot oder besser kursgrün. Denn die Siemens-Notierung kletterte auf Allzeithoch. Aber die Zeiten sind schnelllebig. Die Börse verhandelt heute die Welt von morgen. Diese wird, nach neuestem Urteil der Börsianer, für Siemens (WKN: 723610) eine andere, weniger lukrative sein. So rutschte die Notierung in nur vier Handelstagen um satte -15% ab. Das ist eine Ansage, die von den Aktionären erst einmal verdaut werden muss. Immerhin sind jetzt die Schnäppchenjäger unterwegs.
„KI frisst Software“ ist die neue Angsterzählung am Markt. Zunächst setzte sie Softwareriesen wie SAP (WKN: 716460) und Adobe (WKN: 871981) zu. Jetzt sind Industriekonzerne dran. Neben Siemens spüren etwa Schneider Electric (WKN: 860180) und Rockwell Automation (WKN: 903978) Gegenwind. KI-Tools von Anthropic, Google und OpenAI scheinen so gut zu werden, dass teure integrierte Industrielösungen von Siemens und Co. nicht mehr in jedem Fall benötigt werden. Die Preissetzungsmacht der Großen würde schwinden und damit ihre Gewinnspanne.
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Zu den Märkten
Weiter relativ richtungslos präsentierte sich der DAX. Zwar näherte er sich zuletzt wieder der oberen Begrenzung seiner Handelszone von ca. 24.800 +/- 500 Punkten, durchbrechen konnte er diese bislang aber nicht. Dennoch ist die relative Stabilität des deutschen Leitindex vor dem Hintergrund des Crashs bei Software-Aktien ebenso erfreulich wie bemerkenswert. Wie schon in der letzten Ausgabe angesprochen, ist die seit Monaten unter Druck stehende SAP zugleich das Indexschwergewicht. Im DAX gibt es so gesehen durchaus einen positiven Unterton, sehr viel mehr ist es im Moment aber nicht. Auch die Umsätze verlaufen im unspektakulären Bereich. Mehr Bewegung ist hier erst wieder zu erwarten, sobald der Markt nach oben ausbricht oder seine Unterstützungslinie nach unten durchschlägt. Da beide Linien konvergieren, steht die Entscheidung ohnehin an. Je weiter vor dem Schnittpunkt beider Linien diese erfolgt und je stärker die Umsätze beim Durchbruch ansteigen, umso gewichtiger ist die Aussage. Sollten sich die Kurse aber nur kurz vor dem unmittelbar bevorstehenden Verlassen des Dreiecks aus diesem herausschleichen, hätte ein solcher „Durchbruch“ keine große charttechnische Bedeutung.
Geld. Gier. Macht.
Am kommenden Freitag, den 20.02.2026, um 20.00 Uhr wird im Bürgerhaus Unterföhring bei München das Theaterstück „Geld. Gier. Macht.“ uraufgeführt. Danach startet eine Tournee, mit den ersten Stationen am 5.03.2026 in der Stadthalle Rheine und am 6.03.2026 im Bürgerhaus Nieder-Roden, Rodgau. Es folgen noch einige weitere Termine.
Es thematisiert den Cum-Ex-Skandal – einen der größten Steuerbetrugsfälle Europas, bei dem Banken, Investoren und Berater systematisch Milliarden an Steuergeldern abgezockt haben. Das Stück spielt mit der Spannung zwischen persönlicher Moral, Gier und Machtstrukturen im Finanzsystem. Es liefert einen Einblick in die Hinterzimmer des „Großen Geldes“ und wirft auch einen Blick auf die Korruptheit unserer Politik und Banken.
Substanz Investor durfte bei einer Probe dabei sein und kann das Stück nur sehr empfehlen.
Für die Premiere sind noch Karten zu haben, bestellbar hier:
https://buergerhaus-unterfoehring.de/veranstaltung/geld-gier-macht/
Musterdepots & wikifolio
In der Rubrik Musterdepots & wikifolio berichten wir heute über zwei extremere Entwicklungen bei Einzelpositionen. Im Musterdepotbereich können Sie sich durch einfaches Blättern einen schnellen Überblick über die Transaktionen der letzten Wochen verschaffen. Um diesen Bereich zu lesen, müssen Sie Abonnent des Substanz Investor Magazins sein und sich auf der Substanz-Investor-Website einloggen. Sollten Sie Ihr Passwort vergessen haben, fordern Sie bitte ein neues bei abo@substanzinvestor.de an.
Fazit
Das Beispiel VW zeigt, die deutsche Wirtschaft bleibt weiter unter Druck. Doch auch bei der lange Zeit von der Sonne verwöhnten Software-Branche (Software as a Service – SAAS) sah es zuletzt nicht besser aus.
Ralf Flierl, Frank Sauerland, Ralph Malisch


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Die Charts wurden erstellt mit stock3 und Tai-Pan von Lenz+Partner. Diese Rubrik erscheint jeden Mittwochnachmittag.




