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Fondsfokus Kapitalschutz und Edelmetalle
Gold und Silber haben in den letzten Wochen mit deutlich steigenden Kursen ihre Funktion als sicherer Hafen beeindruckend unter Beweis gestellt. Die andere Seite der Entwicklung: Die Fiatgeldwährungen fallen gegenüber den Edelmetallen, weil das Vertrauen in Papiergeld schwindet wie ein Schneemann in der Frühlingssonne. Die Ursachen dafür liegen mit der exzessiven Verschuldung vieler Staaten und deren Folgen auf der Hand. So musste die USA im vergangenen Jahr 1.200 Mrd. USD an Zinsen zahlen (ca. 7.000 USD pro Erwerbstätigem!). Allerhöchste Zeit also, um über Strategien zum Kapitalschutz nachzudenken, oder wie es Markus Miller von GEOPOLITICAL.BIZ als Buchuntertitel formuliert hat: „Make your money safe again“.
Sachwertorientierung
Der SOLIT Wertefonds (WKN: A2AQ95; mit +42,2% in drei Jahren besser als die Wettbewerber) investiert mit einem strikten Fokus auf Sachwerte. Folgerichtig liegt ein Schwerpunkt (30%) des flexibel gesteuerten Portfolios auf Edelmetallen (Goldbarren und ein physisch besicherter ZKB-Silber-ETF). Minenaktien wie Tudor Gold oder Kinross Gold sind zu 17% vertreten. Mit substanzstarken Aktien aus anderen Branchen (insgesamt 46%; u.a. Versorger und Industrie) wird das Portfolio weiter diversifiziert. Staatsanleihen, aber auch Rüstungsaktien werden nicht allokiert. Auf S. 35 lesen Sie einen Beitrag von Thomas Hellener, SOLIT Fonds GmbH, zur Entwicklung des Goldpreises.
Reales Kapitalwachstum
Das Anlageziel des Incrementum All Seasons (WKN: A2PLD2; +32,2% auf Sicht von drei Jahren und damit mehr als die Peergroup) ist ein langfristig reales Wachstum der investierten Gelder. Die Strategie wurde als Reaktion auf Schuldenexzesse, finanzielle Repression und das langfristige Verschwinden des Realzinses aufgesetzt. Dabei kann auf alle Assetklassen zurückgegriffen werden, die für UCITS-Fonds zulässig sind, z.B. Aktien, Rohstoffe, Anleihen und Cash. Physisch besicherte ETCs auf Gold, Silber und Platin machen etwa 14% des Fonds aus. Aktienseitig wird in spezielle Sektoren wie Schifffahrt (u.a. Pacific Basin Shipping) und Rohstoffproduzenten (z.B. Barrick Mining) investiert.
Schwerpunkt Silberminen
Der von Martin Siegel gelenkte STABILITAS Silber+Weissmetalle (WKN: A0KFA1; +152,2% in drei Jahren und damit weniger als die Vergleichsgruppe) hat einen klaren Fokus auf Silberminen. Weißmetallminen, die Platin und Palladium fördern, werden beigemischt. Zu den Key Holdings zählen Coeur Mining und Fresnillo. Der Minenexperte erwartet durch das starke Momentum mehr spekulativ orientierte Anleger im Sektor, was die Volatilität tendenziell verstärkt und auch stärkere Kursrückschläge erwartbar macht. Ein regionaler Schwerpunkt des Portfolios liegt mit 53% auf Kanada. Der werthaltige Ansatz bei der Aktienselektion berücksichtigt neben der Profitabilität der Minen u.a. auch das regionale politische Risiko.
Tech- und Goldmischung
Im CONCEPT Aurelia Global (WKN: A0Q8A0; +88,8% in drei Jahren und damit deutlich mehr als die Wettbewerber) setzt Thomas Bartling auf einen Mix aus Edelmetallen (aktuell: 20,7%) zum Werterhalt und hauptsächlich Tech-Titeln (derzeitige Aktienquote: 70,8%), die für Wachstum und Innovation stehen. Die Cashquote (aktuell: 8,6%) und Aktienfutures helfen bei der Steuerung des Risikos. Deutlichen Rückenwind gab es u.a. durch den im Portfolio hochgewichteten Tech-Titel Oracle. Im September meldete der Konzern einen stark gestiegenen Auftragsbestand, der die Aktie über 30% nach oben katapultierte.
Hohe Silbernachfrage
Der Commodity Capital Global Mining (WKN: A0YDDD; mit +90,3% auf Sicht von drei Jahren weniger als die Vergleichsgruppe) setzt aktuell mit 62,9% auf Goldminen; Silberminen sind mit 19,7% gewichtet. Fondslenker Tobias Tretter sieht Silber als aussichtsreichstes Metall mit Potenzial auf dreistellige Kursniveaus im kommenden Jahr. Den weit überwiegenden Anteil des Fonds machen mit 93,2% Junior Miners aus, die höhere Renditechancen bieten, aber zugleich schwankungsanfälliger sind. Zu den Top-Holdings zählen Amex Exploration (siehe auch S. 50), Apollo Silver und Bellevue Gold. Der Investmentansatz ist nachhaltigkeitsorientiert, weil das Fondsmanagement davon überzeugt ist, dass es für die Betreiber auch von wirtschaftlichem Vorteil ist, wenn der Betrieb der Minen von der Bevölkerung akzeptiert wird.

Starke Währung und Edelmetalle
Der Kapitalschutzgedanke im Schmitz & Partner Global Defensiv (WKN: A0M1UL; mit +35,1% in drei Jahren deutlich mehr als die Peergroup) wird u.a. durch einen Edelmetallschwerpunkt und einen Fokus auf den Schweizer Franken umgesetzt. Gold und Silber (aktuell: 28,1%) werden über physisch besicherte ETCs abgebildet. Portfoliolenker Dr. Holger Schmitz meidet Aktien aus dem EU-Raum und setzt dagegen u.a. auf Schweizer Titel. Aus Sicht des Euro- und Verschuldungskritikers hat der Schweizer Franken weiteres Aufholpotenzial gegenüber der Gemeinschaftswährung. Aktien, darunter Wheaton Precious Metals und Novartis, machen derzeit 37,9% aus. Die vergleichsweise hohe Cashquote von 24,1% kann bei Kursrückgängen antizyklisch für Käufe genutzt werden. In SI 10/2025 (S. 56) erläuterte Schmitz detailliert seine Sicht auf Aktien und Edelmetalle.
Glänzendes Multi-Asset-Portfolio
Martin Mack und Herwig Weise verantworten den M & W Privat (WKN: A0LEXD; +118,4% in drei Jahren und damit deutlich mehr als die Wettbewerber). Ziel des Multi-Asset-Fonds ist der Schutz des Vermögens vor Inflation und Währungsinstabilität. Die Strategie bietet den Portfoliomanagern große Freiheiten mit Blick auf die Auswahl und Gewichtung der Anlageklassen. So können bis zu 60% in Edelmetalle investiert werden. Der Ansatz beim Kauf von Edelmetallminen ist antizyklisch ausgerichtet. Ein Schwerpunkt liegt auf Seniors, Streaming- und Royalty-Unternehmen. Gold- und Silberminenaktien machen aktuell 41,3% aus. Physische Goldbarren sind zu 24,9% gewichtet, Edelmetall-ETFs sind beispielsweise über die Swisscanto Gold- und Silber ETFs zu 27,6% vertreten. Die Liquidität macht aktuell 6,2% aus.



