Die Abrissbirne Donald Trump

ARTIKEL TEILEN

Facebook
Twitter
LinkedIn
Email
Ralf Flierl,
Chefredakteur

Editorial 1/2026

Über viele Jahrzehnte hinweg schulden die meisten Staaten diese Welt nun schon auf, allen voran die USA. Viele Kritiker bemängelten dies, aber die Weltkonjunktur und auch die Aktienmärkt stiegen dennoch – oder gerade deswegen! Schulden an sich sind also nicht das Problem, möchte man meinen. Und in gewisser Weise stimmt das auch. Solange die Zinsen tief sind oder permanent sinken – wie dies von 1980 bis 2022 zumindest im Einflussbereich der Fed und der EZB passierte –, sind Schulden erstens kein sofortiges Problem und schaffen zweitens ein inflationäres Umfeld, in welchem Sachwerte wie Aktien oder Immobilien gedeihen.

Schulden stellen bildhaft immer weitere Dynamitstangen dar, welche aufeinandergestapelt werden. Das ergibt noch keine Explosion! Inzwischen steigen die Zinsen in den USA und in Europa aber recht deutlich, und in Japan vervielfachten sie sich gar in den letzten Monaten. Jetzt wird es gefährlich! Denn, um in unserem Dynamitbeispiel zu bleiben, was ja in der zunehmend militarisierten Sprache durchaus passend erscheint: Die nun steigenden Zinsen sind das Feuer, welches den gigantischen Dynamitstapel irgendwann zum Explodieren bringen wird.

Dieser Vergleich mag etwas hinken, aber im Prinzip beschreibt er das, worum es geopolitisch und -wirtschaftlich gerade geht. Das Weltfinanzsystem unter der Leitwährung US-Dollar ist am Ende. Dies ist die These unseres Gastautors Dr. Daniel Hoffmann, der davon spricht, dass eine Zäsur ansteht und US-Präsident Trump die Rolle der Abrissbirne dafür übernimmt (ab S. 14).

Ganz schön theoretisch bisher! Praktischer geht es im Kapitalmarktausblick zu, in welchem wir uns konkrete Märkte vornehmen und diese analysieren. Der Ausblick erstreckt sich über die Rubriken „Das große Bild“ ab S. 34 sowie „Charttechnik“ und „Crypto Corner“ (S. 40) sowie „sentix Sentiment“ und „Intermarketanalyse“ (S. 41).

Es ist eine Tradition, dass wir in der letzten Ausgabe des Jahres unsere Autoren ihre Lieblingsaktie beschreiben lassen. Die Ergebnisse finden Sie auf S. 6 bis 12. Neu ist diesmal, dass auch die Künstliche Intelligenz (KI) zu Wort kommt – sehr interessant, was dabei rauskam.

Das Thema „The Great Taking“, welches wir vor eineinhalb Jahren in einer Titelgeschichte behandelten, geht vielen unserer Leser nicht mehr aus dem Kopf. Eigentum an Wertpapieren wie Aktien oder Fondsanteilen ist demnach in einer Extremkrise, wie sie der oben erwähnte Daniel Hoffmann kommen sieht, nicht mehr unantastbar. Klingt haarsträubend, und das ist es auch! Mehr dazu von unserem Gastautor Daniel Stüssi von der RealUnit Schweiz AG ab S. 18.

Für unser Aktienmusterdepot (S. 53) ziehen wir kurz vor Jahresende Bilanz. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, hat es sich doch in etwa gleich mit dem DAX entwickelt, der 2025 zu den Highflyern unter den Indizes gehört. Noch besser erging es unserem Fondsmusterdepot (S. 31), welches seine Benchmark MSCI World um Längen schlug – den Rohstofffonds sei Dank! Apropos: Mit dem Rohstoffexperten Prof. Dr. Torsten Dennin führten wir ein hochinteressantes Interview ab S. 56.

Ich wünsche Ihnen einen erholsamen Jahresausklang und einen guten Start ins neue Jahr 2026, welches – so unsere Einschätzungen in diesem Heft zutreffen – es in sich haben dürfte.

Ralf Flierl

Chefredakteur

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

UNSERE EMPFEHLUNGEN