Inside: Sicherer Hafen in unsicheren Zeiten?

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Multi-Asset-Fonds und -ETFs bieten zielführende Diversifikationsmöglichkeiten

Die richtige Mischung unterschiedlicher Anlageklassen gilt als Königsdisziplin der Vermögensverwaltung. Neben einer überzeugenden Partizipation an Haussephasen erwarten Anleger von Multi-Asset-Strategen vor allem die Eingrenzung zwischenzeitlicher Drawdowns. Das ist leichter gesagt als getan: Denn bei deutlichen Markteinbrüchen gilt für Anleger zunächst vor allem „Cash ist fesch“. Auf der Verkaufsliste stehen dann Assets, die leicht veräußert werden können und bei denen idealerweise Gewinne in den Büchern stehen, wie zuletzt bei Gold. Anlageklassen können in Krisen auf kurze Sicht also anders reagieren als lehrbuchmäßig erwartet, weil langfristig gültige Korrelationsmuster durch kurzfristige Faktoren überlagert werden.

Klares Profil
Die Strategie des Schmitz & Partner Global Defensiv (WKN: A0M1UL; +43,9% in drei Jahren und damit deutlich mehr als die Vergleichsgruppe) basiert auf den ökonomischen Perspektiven des Portfoliomanagers Dr. Holger Schmitz. Der Staatsverschuldungs- und Eurokritiker Schmitz erwartet weiterhin eine von politischer Seite gewollte Inflationierung, um die Schulden in den Griff zu bekommen. In seinem Defensivportfolio spielen im Unterschied zu den meisten Wettbewerbern Anleihen (aktuell: 8,5%) eine deutlich untergeordnete Rolle. Aktien (aktuell: 37,7%), Liquidität (28,2%) und Edelmetalle (25,7%) bestimmen die Entwicklung. Schmitz setzt u.a. auf Wheaton Precious Metals und den Schweizer Pharma-Blue-Chip Novartis. Generell steht die Schweiz als Land mit geringer Verschuldung und starker Währung bei ihm hoch im Kurs.

Anleihenschwerpunkt
Der KSAM Einkommen Aktiv (WKN: A113US; +16,7% in drei Jahren und damit geringfügig weniger als die Peergroup) positioniert sich als defensiver Multi-Asset-Fonds mit dem Ziel eines nachhaltigen Kaufkrafterhalts. Ein Schwerpunkt liegt auf Anleihen (aktuell: 54,0%). Dabei wird eine breite Palette an Instrumenten genutzt, beispielsweise Nachranganleihen mit variablem Zins. Über den Einsatz von Futures kann flexibel auf die Veränderung der Zinssituation reagiert werden. Auf der Aktienseite (20,7%) werden Value-Builder in den Blick genommen, also Titel, die deutliche Wettbewerbsvorteile gegenüber der Konkurrenz aufweisen, wie Alphabet und ASML. Die Cashquote liegt bei 13,9%. Zur Abrundung der von Dirk Stöwer und Martin Beckmann gesteuerten Strategie können auch Währungen und Edelmetalle beigemischt werden. Auf S. 28 gibt Stöwer einen Einblick in seine Multi-Asset-Philosophie.

Große Freiheiten
Dr. Hendrik Leber managt den ACATIS Datini Valueflex (WKN: A1H72F; +26,4% in drei Jahren und damit mehr als der Sektordurchschnitt) mit großen Freiheiten und einem Fokus auf Renditemaximierung. Dafür werden auch überdurchschnittliche Schwankungen in Kauf genommen. Die Strategie des Fonds erlaubt Investments in unterschiedlichste Anlageklassen. Derivate können zur Renditemaximierung und Risikobegrenzung eingesetzt werden. Der Fondsmanager ist nach Value-Prinzipien auf der Suche nach Assets, deren Werthaltigkeit am breiten Markt noch nicht erkannt wurde. Falls keine Chancen identifiziert werden, ist Liquidität Trumpf. Aktuell ist der Fonds quasi vollinvestiert. Aktien machen 72,7% aus, Renten liegen bei 10,1%. Aktienseitig gibt es aktuell einen Schwerpunkt beim Healthcare-Sektor. Zu den Top-Holdings zählen Lam Research, ein Anbieter von Prozessanlagen für die Halbleiterindustrie (siehe auch S. 46), und BioNTech. Der Fonds verdankt seinen Namen dem 1410 verstorbenen Kaufmann Francesco Datini, einem chancenorientierten Unternehmer aus dem toskanischen Städtchen Prato.

Werthaltigkeit und Wachstumschancen
Im vermögensverwaltenden CONCEPT Aurelia Global (WKN: A0Q8A0; +79,8% in drei Jahren und damit deutlich mehr als die Vergleichsgruppe) setzt Portfoliomanager Thomas Bartling auf einen Mix aus Gold und Technologieaktien. Cash (aktuell: 14,8%) kann flexibel gehalten werden. Der physische Aktienanteil mit u.a. Alphabet und Arista Networks liegt aktuell bei 65,8%. Mögliche Absicherungen über Derivate helfen bei der Risikosteuerung. So konnte eine temporäre Short-Position auf den Nasdaq-100 im März eine kurzfristige Tech-Aktien-Schwäche abfedern. Edelmetalle (19,4%) werden vorrangig über ETCs abgebildet, auch Minenaktien wie Newmont Mining haben ihren Platz im Portfolio.

Fokus Zukunftsthemen
Der Bantleon Changing World (WKN: A2JKZA; +30,6% in drei Jahren und damit mehr als der Sektordurchschnitt) wird auf der Aktienseite (maximal: 65%; aktuelle physische Quote: 52,5%) mit Unternehmen bestückt, die von ausgewählten Zukunftsthemen profitieren. Dazu zählen u.a. digitale Infrastruktur, Smart Cities und die Energiewende. An der Spitze der Gewichtung stehen die US-Tech-Titel NVIDIA, Apple und Microsoft. Auf der Anleihenseite (mindestens: 25%; aktuell: 28,5%) stehen ESG-Bonds von Emittenten hoher Bonität im Fokus. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Unternehmensanleihen. Edel- und Industriemetalle machen maximal 20% (aktuell: 12,8%) aus. Bei den Goldinvestments wird auf nachhaltigen Abbau geachtet.

Stiftungsansatz
Der von Martin Friedrich gesteuerte Multiflex Lansdowne Endowment Fund (WKN: A3C3EN; +31,3% in drei Jahren und damit mehr als die Peergroup) bohrt beim Multi-Asset-Ansatz tief. Insgesamt wird das Portfolio über 17 Assetklassen und Strategien diversifiziert, die über Investmentfonds und ETCs abgebildet werden. Dazu zählen u.a. Rohstoffe, die Kombination unterschiedlicher Absolute-Return-Strategien, Katastrophenanleihen und Schwellenländerbonds in Lokalwährungen. Der Ansatz basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und hat die Stiftungsinvestments von US-Universitäten als Vorbild. Anlageziel des Fonds ist eine niedrigere Volatilität als die globale Benchmark aus 50% Aktien und 50% Renten bei gleichzeitig höherer Rendite. Die Zusammensetzung der Anlageklassen wird auf Basis von Modellrechnungen regelmäßig aktualisiert. Aktien sind mit Stand Ende Februar mit 42% gewichtet, Fixed Income ist zu 33,7% vertreten.

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