Inside: Ohne Miese durch die Krise?

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VV-Fonds – Begleiter in guten wie in schlechten Zeiten

Vermögensverwaltende Fonds (VV-Fonds) sollen neben einer angemessenen Partizipation an steigenden Märkten Verluste nach unten begrenzen, die sich möglicherweise mit stark steigenden Renditen bei US-Treasuries und deutschen Bundesanleihen bereits ankündigen. Die oft thematisierte Frage, ob Investieren eher Wissenschaft oder Kunst ist, kann hier offenbleiben. Bei Portfoliomanagern von vermögensverwaltenden Fonds liegt aber der Vergleich zu Malern tatsächlich nicht so fern: Sie nutzen zur Verwirklichung ihrer Ideen unterschiedliche Farbtöpfe (Anlageklassen). Farben auf eine Leinwand aufzutragen, ist einfach – aber es ist nicht leicht, ein neuer Rembrandt zu werden. Auch für die VV-Fonds gilt: Nicht jeder ist ein Meisterwerk, aber das Angebot an Konzepten mit unterschiedlichen Rendite-Risiko-Profilen ist so vielfältig, dass es für jeden Bedarf auch passende Fonds gibt. Für Investoren liegt dann die Kunst darin, sie auszuwählen.

Vermögensverwaltender Value-Ansatz
Der von Ulrich Rathmann gesteuerte ACATIS Value Performer (WKN: A0M80B; +55,3% und damit deutlich mehr als die Vergleichsgruppe) investiert weltweit. Der Investmentansatz kombiniert klassisches Value Investing mit einer flexiblen Asset Allocation innerhalb bestimmter Quoten. Gesucht werden unterbewertete Unternehmen mit solider Bilanz, starker Marktstellung und nachhaltiger Ertragskraft. Aktien werden in der Regel bis zu 65%, Anleihen und Cash bis zu 20% gewichtet. Auch Alternative Investments (bis zu 10%) kommen zum Zug. Die Fondsstrategie ist substanzorientiert, was u.a. durch Investments im Minen- und Energiesektor umgesetzt wird. Im Aktiensegment (aktuell: 64,4%) ist der Rohstoff- und Energiesektor mit 26,9% vertreten. Zu den Top-Holdings zählen Wheaton Precious Metals und der Urankonzern Cameco.

Stefan Rehder lenkt den Value Intelligence Fonds (WKN: A12BRE), der auf unterschiedlichen Zeithorizonten eine deutlich überdurchschnittliche Performance lieferte. Auf Sicht von drei Jahren lag der Ertrag bei 71% und damit deutlich über der Peergroup mit 39,6%. Auch der maximale Verlust von 10,3% in diesem Zeitraum ist überzeugend. Der Fokus bei der Auswahl liegt auf unterbewerteten Qualitätsaktien. Zu den Top-Titeln zählt Avantor, laut Rehder ein „Schaufelhersteller“ der Life-Sciences-Industrie. Die Aktienquote inkl. Minentitel liegt bei ca. 66,9%; aktuell wird 24,7% im Fixed-Income-Bereich investiert.

Renditestark
Der Schmitz & Partner Global Defensiv (WKN: A0M1UL; +46,9% in drei Jahren und damit mehr als die Wettbewerber) erweist sich trotz seiner defensiven Ausrichtung als renditestark. Das von Euro- und Staatsverschuldungskritiker Dr. Holger Schmitz gesteuerte Portfolio sorgt durch substanzhaltige Aktien mit Schweizschwerpunkt (z.B. Novartis) und Minentiteln sowie einer Edelmetallallokation (aktuell: 21,4%) und einer hohen Cashquote (33,2%) für Stabilität und Ertrag.

Geh’n Sie mit der Konjunktur!
Ältere Semester erinnern sich vielleicht noch an den „Konjunktur-Cha-Cha“ von Hazy Osterwald („Geh’n Sie mit der Konjunktur“). Die Quotensteuerung des BANTLEON Changing World (WKN: A2JKZA; +35,9% in drei Jahren und damit mehr als die Peergroup) erfolgt auf solche Weise, nämlich konjunkturbasiert auf Basis des mehrfach ausgezeichneten hauseigenen Makroresearch. Der nachhaltige Multi-Asset-Fonds setzt aktienseitig (maximal: 65%; aktuell inkl. Aktienfutures: 63,0%) auf langfristige Megatrends wie nachhaltige Energieinfrastruktur, digitale Disruption, demografischer Wandel und Smart Cities. Die Unternehmen, in die angelegt wird (u.a. Apple und Novartis), bieten Lösungen für strukturelle Zukunftsthemen. Mindestens 25% (aktuell: 29,5%) werden in Anleihen (u.a. Unternehmens- und Eurostaatsanleihen, Covered Bonds) investiert. Bis zu 20% können nachhaltig gefördertes Gold und Industriemetalle im Portfolio gewichtet werden.

Defensiver Ansatz
Der KSAM Einkommen Aktiv (WKN: A113US; +17,9% auf Sicht von drei Jahren und damit etwas mehr als die Vergleichsgruppe) aus dem Haus Kontor Stöwer Asset Management wird von Dirk Stöwer und Martin Beckmann gesteuert. Der Fonds verfolgt mit einem Anleihenschwerpunkt (aktuell: 53,4%) einen defensiven Ansatz. Dabei wird das breite Spektrum der Anlageklasse von u.a. Staats- und Unternehmensanleihen, Nachranganleihen und Floatern genutzt. Zudem kommen Zinsfutures zum Einsatz. Der gut bestückte Werkzeugkasten hat dazu beigetragen, dass Zinsänderungsszenarien in der Vergangenheit hervorragend bewältigt wurden. 25% bis 30% werden in Aktien investiert. Innerhalb der Anlageklasse liegt ein besonderer Schwerpunkt auf sogenannten Value Buildern: Unternehmen mit u.a. guter Eigenkapitalausstattung, hohen Kapitalrenditen und starken Wettbewerbsvorteilen. Edelmetalle und Währungsstrategien runden das Portfolio ab.

Innovation und Werthaltigkeit
Thomas Bartling steuert den CONCEPT Aurelia Global (WKN: A0Q8A0; +92,6% und damit deutlich mehr als die Wettbewerber) mit einem klaren Fokus auf Innovation, die im Portfolio durch Technologiewerte repräsentiert wird, sowie auf Substanz und Krisenschutz, die durch Edelmetalle und Minenaktien abgebildet werden. Ein vermögensverwaltender Ansatz mit volatilen Sektoren wie Technologietiteln und Edelmetallen? Die Frage ist berechtigt. Zur Gewährleistung des vermögensverwaltenden Charakters des Portfolios kann die Aktienquote zwischen 0% und 100% betragen, flexibel Cash gehalten (aktuell: 9,5%) und bei Bedarf Derivate zur Absicherung eingesetzt werden. Zu den Top-Holdings zählen aktuell Alphabet und Micron Technologies.

Konstant geliefert
Der Stiftungsfonds Spiekermann & CO (WKN: A1C1QH; +34,3% und damit deutlich mehr als die Peergroup) hat über unterschiedliche Zeithorizonte mit einem Mix aus Renten (mindestens: 70%) und Aktien (maximal: 30%) kontinuierlich eine attraktive Rendite geliefert und Verluste eingedämmt. Gold ist als Krisenhedge strategischer Portfoliobaustein. Eine detaillierte Analyse des Fonds lesen Sie auf S. 26.

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