Inside: Es gibt viel zu tun

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Infrastrukturfonds/-ETFs können für stabile Erträge und Inflationsschutz sorgen

Infrastrukturinvestments genießen aktuell vielfältige Treiber. Dazu zählt beispielsweise der außerordentliche Energiehunger von Big Data und Künstlicher Intelligenz, der u.a. innovativer Stromnetze und Rechenzentren bedarf. Daneben ist in den entwickelten Volkswirtschaften die traditionelle Infrastruktur bis zur Funktionsunfähigkeit veraltet. Brücken, Straßen und Wasserleitungen müssen dringend erneuert werden. Im „Global Infrastructure Report“ veranschlagt McKinsey die notwendigen Infrastrukturausgaben in den kommenden 14 Jahren auf exorbitante 106 Bio. USD. Zum Vergleich: Das Welt-BIP des vergangenen Jahres lag bei rund 115 Bio. USD. Der Infrastruktursektor ist heterogen, die Beachtung von Bewertungen und das richtige Picking der Subsektoren und Titel dürfte in den kommenden Monaten über die Renditen entscheiden.

Quantamental-Ansatz
Der BANTLEON Select Infrastructure (WKN: A2PH94, +17,6% auf Sicht von drei Jahren und damit weniger als die Vergleichsgruppe) investiert global mit einem Fokus auf Europa. Geschätzt werden Basisinfrastrukturtitel mit monopolistischen Geschäftsmodellen und hohen Dividendenrenditen. Durch den Ausschluss von zyklischen Aktien aus den Segmenten Energie, Bauwirtschaft und Passagiertransport ist die Volatilität vergleichsweise niedrig. Nachhaltigkeitskriterien spielen eine wesentliche Rolle. Die Bantleon-Experten sehen den Sektor der europäischen Versorger aufgrund der attraktiven Bewertung und der Wachstumschancen durch einen steigenden Energiebedarf besonders positiv. Daher zählen konsequenterweise die europäischen Versorger National Grid und Iberdrola zu den Top-Three-Titeln. Seit Ende Mai 2025 wurde die klassische fundamentale Strategie durch einen Quantamental-Ansatz ersetzt – das bedeutet, dass sich ein regelbasierter Klassifizierungsprozess und ein fundamentaler Ansatz bei der Auswahl nun ergänzen.

Heiß gelaufen?
Mit einem Plus von 122,1% auf Sicht von drei Jahren steht der Global X Data Center REITS & Digital Infrastructure ETF (WKN: A2QPB0) auf den Performanceranglisten der Infrastrukturaktienfonds und -ETFs weit vorne. Der regionale Schwerpunkt liegt mit gut 75% auf den USA. Top-Holdings sind die großen US-Player der digitalen Infrastruktur wie Equinix, Digital Realty Trust und American Tower. Allerdings sollten Anleger nicht darauf vertrauen, dass sich die positive Kursentwicklung fortsetzt. Mittlerweile bezweifeln Investoren, dass bei einer möglichen Abflachung des KI-Hypes die Bewertung der Unternehmen des digitalen Infrastruktursegments noch zu rechtfertigen ist.

Große Player
Der Xtrackers S&P Global Infrastructure ETF (WKN: DBX1AP; +43,8% und damit mehr als die Wettbewerber) deckt diversifiziert die breite Palette des Sektors ab. Der ETF enthält die 75 nach Marktkapitalisierung größten Infrastrukturunternehmen im Energie- (maximal: 20%; 15 Aktien), Transport- (maximal: 40%; 30 Aktien) und Versorgersegment (maximal: 40%; 30 Aktien) aus Industrie- und Schwellenländern. Die Zusammensetzung wird halbjährlich überprüft. Aktuell sind der US-Energieerzeuger NextEra Energy, der spanische Flughafenbetreiber Aena und der australische Mautstraßenbetreiber Transurban Group am höchsten gewichtet.

High-Conviction-Portfolio
Peter Meany und Andrew Greenup steuern den First Sentier Global Listed Infrastructure Fund (WKN: A2AD1D; +27,6% in drei Jahren und damit weniger als die Vergleichsgruppe). Der Fokus liegt auf Unternehmen mit physischen Vermögenswerten in den Subsektoren Versorger, Transport, Energieinfrastruktur und Kommunikation. Investiert wird in Titel mit hohen Markteintrittsbarrieren für die Konkurrenz, Preissetzungsmacht, vorhersehbaren Cashflows und strukturellem Wachstum. Das High-Conviction-Portfolio ist mit 35 bis 45 Einzeltiteln (darunter der Eisenbahnbetreiber Union Pacific Corporation und der Energieanbieter Duke Energy) recht konzentriert.

Stabile Cashflows
Giuseppe Corona kann im HSBC GIF Global Infrastructure Equity (WKN: A3DHML; +31,7% in drei Jahren und damit mehr als die Peergroup) in Industrie- und Schwellenländern investieren. Im Fokus stehen Kerninfrastrukturwerte mit stabilen Cashflows. Der Investmentansatz ist bottom-up-getrieben und orientiert sich an Qualität und Bewertung der Unternehmen. Makrorisiken werden durch ein Top-down-Overlay minimiert. Die Segmente Telekommunikation und Industrieunternehmen sind gegenüber dem Vergleichsindex Dow Jones Brookfield Global übergewichtet. Zu den Top-Holdings zählen der Mobilfunkmastenbetreiber American Tower sowie die Energieunternehmen Cheniere Energy und Targa Resources.

Soziale Infrastruktur
Der BNY Mellon Global Infrastructure Income Fund (WKN: A2N385; +61,4% in drei Jahren und damit deutlich mehr als die Wettbewerber) wird von Brock Campbell gesteuert. Der US-Anteil des Portfolios liegt bei knapp 50%, Europa ist mit gut 40% vertreten. Zu den Titeln mit hoher Gewichtung zählen aktuell der Öl- und Gastransportdienstleister Hess Midstream sowie der Gesundheitsimmobilien-REIT Healthpeak Properties. Neben traditioneller Infrastruktur wie Energieversorgung und Transport wird im Fonds auch soziale Infrastruktur wie Gesundheitseinrichtungen und Seniorenheime berücksichtigt, um von strukturellen Trends wie einer alternden Bevölkerung zu profitieren.

Breite Diversifikation
Auf Sicht von drei Jahren hat der Raiffeisen-NewInfrastructure-ESG-Aktien-Fonds (WKN: A0Q6P3) 49,9% erwirtschaftet. Damit lag er vor der Vergleichsgruppe. Der Ansatz berücksichtigt in wesentlichem Umfang auch Schwellenländeraktien. Einer der Performancetreiber der letzten Jahre war beispielsweise das indische Telekommunikationsunternehmen Bharti Airtel. Bei der Aktienanalyse des von Marc Caretti verantworteten Fonds stehen die fundamentale Bewertung und das Wertsteigerungspotenzial im Vordergrund. Das Portfolio ist breit diversifiziert und reicht von digitaler Infrastruktur bis hin zu den Segmenten Asphaltierung und Zement.

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