Heißer Herbst

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Ralf Flierl,
Chefredakteur

Editorial 09/2026

Auch wenn es unser diesmaliges Cover suggeriert: Es geht in unserer Titelgeschichte nicht um die unzähligen Feuer und Waldbrände v.a. im Süden Europas. Nein, die Headline steht für ein ganzes Bündel an möglichen Entwicklungen, welche die momentane Sommerruhe an den Börsen ab September mehr oder weniger abrupt beenden könnten. Demnach dürfte das letzte Drittel dieses Jahres – wie die Zeit vergeht! – recht turbulent werden.

Sei es wegen der am 6.9. anstehenden Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, wo die AfD erstmalig große Chancen hat, die künftige Regierung zu stellen – mit entsprechenden Folgen für die hiesige Politiklandschaft: Ein Bruch der Regierungskoalition bzw. ein Ende der Kanzlerschaft von Friedrich Merz steht ohnehin ins Haus.

Oder aber sei es wegen der Kriege in der Ukraine oder im Nahen Osten, wo die nahende totale Eskalation jeweils spürbar ist (mehr dazu in den Interviews auf S. 10 und 20), mit dementsprechenden Folgen auch für uns in Deutschland. Besonders der Nahostkrieg könnte zu einem Energienotstand führen, der sich angesichts der tiefen Füllstände der hiesigen Gasspeicher schon heute für Deutschland abzeichnet. Sollte es dann tatsächlich zu längerfristigen Abschaltungen für große Stromverbraucher kommen – eine Option, die jüngst aus der Bundesnetzagentur bestätigt wurde –, dann wäre das für unseren hoch technologisierten Industriestandort wohl katastrophal. Die Entwicklungen an den Rohstoffmärkten deuten bereits an, dass wir uns auf hohe Volatilitäten und per Saldo steigende Preise einstellen müssen. Mehr zum „heißen Herbst“ mit weiteren interessanten Informationen lesen Sie in unserer Titelgeschichte ab S. 30.

Dort finden Sie auch einige Ausführungen zum technologischen Siegeszug Chinas – denn inzwischen gibt es kaum noch aussichtsreiche Zukunftsfelder, auf welchen das Reich der Mitte nicht führend wäre. Da kommt also einiges auf die alte Welt zu, was sie in ihren Grundfesten erschüttern dürfte. In unserer gesonderten Chinageschichte ab S. 6 gehen wir explizit auf dortige Unternehmen und deren Aktien ein, welche als Treiber für die zukünftige Disruption in meist ohnehin disruptiven Märkten gelten dürfen.

Die chinesische Führung – im Gegensatz zu manch anderem Land – weiß um die Wichtigkeit einer langfristig stabilen Versorgung mit Energie. Daher hat die Kernenergie einen fest verankerten Stellenwert im chinesischen Energiemix: Fast 100 Reaktoren befinden sich dort derzeit in Betrieb oder im Bau. Der dafür notwendige Rohstoff Uran ist in den letzten Jahren deutlich im Preis gestiegen, die Urangesellschaften dagegen – insbesondere die kleineren sowie die Explorer – wurden in den letzten Monaten massiv an den Börsen abgestraft. Hier klafft eine Bewertungslücke, die für einige interessante Opportunitäten stehen könnte. Mehr dazu lesen Sie in den Artikeln auf S. 52 und 54 sowie in unserer Rubrik „Musterdepot“ auf S. 48, welches auf Monatssicht um über 15% zulegen konnte.

Am zweiten Augustwochenende waren wir auf der DEXIT 2026 in München, wo es in erster Linie ums Auswandern ging – ein Thema, mit dem sich angesichts der desolaten Zustände hierzulande immer mehr Bürger beschäftigen. Eine Zusammenfassung der wichtigsten Vorträge und Diskussionen dort finden Sie ab S. 16.

Eine spannende Spätsommerlektüre wünscht Ihnen

Ralf Flierl

Chefredakteur

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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