Politische Prognosen

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Ralf Flierl,
Chefredakteur

Editorial 07/2026

Ist die Beendigung des Irankonflikts durch Donald Trump wirklich realistisch? Immerhin ist der US-Präsident nahezu vollständig auf die gegnerischen Forderungen eingegangen – selbst Schadenersatzforderungen in Höhe von mehreren Hundert Milliarden Dollar wurden wohl zugesichert. Die Antwort auf die Eingangsfrage ist aus meiner Sicht ein klares „Nein“. Selbst wenn es Trump wirklich ernst meinte, so hat sein „Freund“ – und nach Meinung vieler Beobachter auch sein „Taktgeber“ – Benjamin Netanjahu doch ganz andere Pläne; siehe hierzu SI 4/2026 auf S. 20. Selbst die Washington Post zitierte jüngst US-Geheimdienstmitarbeiter, wonach die „Torpedierung“ des Irandeals vonseiten Israels keinesfalls ausgeschlossen werden kann. Was heißt das für die Märkte? Dass der Energienotstand in vielen Teilen der Welt kein Ende nehmen und sich vermutlich noch verschärfen wird!

Auch wenn hierzulande noch keine Öl- und Gasrationierungen wie in einigen Ländern Südostasiens oder Afrikas stattfanden, so muss vor dem Hintergrund des wieder aufflammenden Nahostkriegs und der abermaligen Schließung der Straße von Hormus doch auch bei uns mit solchen Maßnahmen gerechnet werden. Dies ist insbesondere in Anbetracht des nahenden Winters bedenklich, denn die historisch niedrigen hiesigen Füllstände können bis dahin keinesfalls mehr auf die notwendigen Niveaus gebracht werden. Dies dürfte für viele produzierenden Unternehmen zu nicht mehr tragbaren Zuständen führen. Dass die schwarz-rote Regierung unter einem offensichtlich überforderten Kanzler Merz keine vernünftige Politik hinbekommt, macht die Sache mit der baldigen Energieknappheit nicht einfacher, um nicht zu sagen: noch katastrophaler. Da diese Koalition also jetzt schon angeschlagen ist und ihr nach der Sommerpause ein „blaues Wunder“ blühen dürfte, wage ich die nächste Prognose: Die Koalition wird zerbrechen und Friedrich Merz wohl abtreten – bis Ende des Jahres, aber womöglich auch deutlich früher! Mehr zu Trump und Merz finden Sie in „Das große Bild“ ab S. 32.

Das Titelhema Infrastruktur, samt einer Einschätzung zum größten Börsengang aller Zeiten, SpaceX, zieht sich durch eine Reihe von Artikeln (S. 6 bis 11; S. 24; S. 32). Auch Kupfer, welches für viele Infrastrukturprojekte unabdingbar ist, ist Thema von zwei Artikeln (S. 52 und 54) sowie im Interview mit Dana Kallasch (S. 30).

Weiterhin finden Sie in dieser Ausgabe Berichte zur nun schon 20. Gottfried-von-Haberler-Konferenz in Liechtenstein zum Thema „Freie Märkte“ (S. 12) sowie zum zweiten FONDSKONGRESS in Stuttgart (S. 28) mit einer Reihe von interessanten Investmentkonzepten. Auch haben wir uns den jährlich erscheinenden neuen „In Gold We Trust Report“ aus dem Hause Incrementum vorgenommen (S. 50).

Seit einigen Jahren unterstützen viele Leser die von uns geförderte Stiftung Mopani, welche sich Waisenkindern in Lateinamerika annimmt. Wem das zu weit weg ist und wer lieber Menschen vor Ort helfen will, der findet womöglich in der „Stiftung Lebensrecht für Alle“ eine interessante Alternative. Der Macher dahinter ist uns gut bekannt und er sorgt dafür, dass jeder gespendete Euro auch dort ankommt, wo er gebraucht wird. Fragen dazu sind gerne willkommen, die Kontaktdaten finden Sie in der links stehenden Anzeige.

Mit sommerlichen Grüßen aus der überhitzten Schreibstube

Ralf Flierl

Chefredakteur

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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