Klammer- & Klebe-Kanzler

Quelle: grok.com

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Unerfüllte Versprechen, gekappte Prognosen

Das neue Egal

Den Aktienkursen sind sie schlicht egal, die Wahlergebnisse von Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. Das kann man erstaunlich finden oder empörend. Auf jeden Fall aber sollte man es sich erklären. Denn es ist ein Muster, das sich wiederholt und das auf diese Weise Börsengewinne ermöglichen kann.

Mecklenburg-Vorpommern erwirtschaftet 1,4% des deutschen Bruttoinlandsprodukts, Sachsen-Anhalt liegt bei 1,8%, Berlin bei knaapp 5%. Die Börse interessieren Zahlen und Zukunft. Die Zahlen sind klein: Der Anteil der genannten Bundesländer und der Hauptstadt an Deutschlands Wirtschaftsleistung ist gering. In absehbarer Zukunft dürfte sich daran wenig ändern. Meist hat die Börse ihren Blick auf die nächsten 12 bis 18 Monate gerichtet. So erklärt sich, dass die Kurse kaum reagieren auf jene Wahlergebnisse, die politisch Interessierte als geradezu be-, ja umstürzend empfinden.

Deutsche Großkonzerne sind ohnehin international ausgerichtet. Für die Autoindustrie ist die Konkurrenz aus China viel relevanter als der neue Ministerpräsident irgendeines Bundeslandes. Zudem profitieren die Industriekonzerne von einem besonderen Teilaspekt des KI-Trends. Bei der Verschmelzung von Künstlicher Intelligenz mit der Robotik ist deutsche Ingenieurskunst gefragt. Sie kann weltweit komplette Fabrikationsanlagen KI-ready machen. Solche Nachrichten schreiben Börsengeschichten und bewegen die Kurse. Wahlen in wirtschaftlich schwach aufgestellten Ländern können das kaum. Während es den politischen On/Off-Schalter immer weniger gibt, sind es die konkreten Erfolge einzelner Unternehmen, an denen sich die Fantasie der Marktteilnehmer entzündet. Die neue Ausgabe 10/2026 des Substanz Investor gibt hier wieder zahlreiche Anregungen. Bitte beachten Sie, dass es aufgrund eines Krankheitsfalls innerhalb der Redaktion zu einer verspäteten Auslieferung dieser Ausgabe kommen kann.

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Unser Webinar heute.


Der Murks des Merz

Ist das Ökonomische geklärt, darf der Börsianer sich ans Historische wagen. Wir schauen zurück auf die Kanzlerschaft von Friedrich Merz. Die Ausrichtung einer Bundesregierung, so sie denn zwischen den ganzen und oft widersprüchlichen Worthülsen überhaupt erkennbar wird, hat für Wirtschaft und Märkte tatsächlich eine andere Qualität. War die Politik von Merz nur Murks? Wir machen einen Kunstgriff und beamen uns in den März 2029. Spätestens dann sind Bundestagswahlen. Wähler und Parteistrategen werden Bilanz ziehen. Kurzfazit: Der dann 73-Jährige hatte für seine zweite Amtszeit regiert und wird sie genau deshalb nicht bekommen. Er hätte für die Geschichtsbücher regieren sollen. Vier Jahre für das Land statt für den Posten, vielleicht hätte er ihn dann noch. Adenauer machte es so, Brandt, Schmidt und Schröder auch. Wiedervereiniger Kohl sprach gar vom Mantel der Geschichte, den man ergreifen muss, wenn er einen streift. Zu Beginn von Merz’ Amtszeit flatterte der Mantel für jeden unübersehbar.

Merz brauchte nur zuzugreifen. Er musste es sogar, aber er tat es nicht. Er kündigte Reformen an: Investitionen in Infrastruktur, Steuererleichterungen, Abbau von Bürokratie. Aber wenig davon passierte. Anderthalb Jahre später, im September 2026, nach drei für die Kanzlerpartei CDU desaströsen Landtags- und Abgeordnetenhauswahlen, brachte es JU-Chef Johannes Winkel auf den Punkt: „Warum kommt ein Staat mit Rekordeinnahmen von 1.000 Mrd. EUR und Rekordschulden von 1.000 Mrd. EUR nicht mit seinem Geld aus?“ Aus dem Flattern war längst ein Knattern im Sturm der Geschichte geworden. Doch der Kanzler blieb auf Kuschelkurs mit dem sensiblen Lars Klingbeil, er ließ Bärbel Bas gewähren, bei der man nie so genau weiß, ob sie absichtlich gegen den Kanzler arbeitet oder vom Amt schlicht überfordert ist.

Zurück ins Heute. Der Klammer-Kanzler wird weiter, nun ja, regieren. Diese Prognose ist nicht schwer. Denn der Souverän, der Wähler, stört in den nächsten Monaten erst einmal nicht mehr. Erst im April 2027 darf er wieder abstimmen: im Saarland, in Schleswig-Holstein und in Nordrhein-Westfalen. Seine Stimme wird lauter werden als je zuvor. Dass sich in unserer Demokratie eine Parteienherrschaft herausgebildet hat, welche die Bürger immer weiter entmachtet hat, ist beklemmend. Noch beklemmender ist, dass immer häufiger gegen den Mehrheitswillen regiert zu werden scheint. Das Thema ist so grundlegend und brisant zugleich, dass wir die Titelgeschichte des Substanz Investor 10/2026 der Demokratie gewidmet haben. Seien Sie gespannt, denn dort wird ein sehr charmantes Modell präsentiert, mit dem der Geist des Grundgesetzes wiederbelebt werden könnte.

VW kappt Prognose

Bei Volkswagen (WKN: 766403) reißen die schlechten Nachrichten nicht ab. Seit 2022 geht es mit dem Aktienkurs im Trend nach unten. Die Notierung ist Spiegel der Unternehmensleistung. Anleger haben das zu respektieren. Europas größter Autohersteller hat keinen Vertrauensvorschuss mehr verdient. Jüngste Hiobsbotschaft: Das Unternehmen kappt seine Prognose. Bislang war eine operative Umsatzrendite von 4 bis 5,5% angenommen worden. Jetzt soll es nur noch 1% werden. Dabei verkauft sich angeblich der brandneue VW ID. Polo überraschend gut. Der bezahlbare Elektro-Kleinwagen habe die Marke von 30.000 Bestellungen schnell geknackt und sei auf Monate ausverkauft.

Im Kurs, dem großen Totalisator, machen sich solche Jubelmeldungen nicht bemerkbar. Denn in China, dem weltweit größten Automarkt, bricht der Absatz ein. Volkswagen scheint weder den Geschmack der technikbegeisterten Chinesen zu treffen noch deren Preisvorstellungen. Zugleich dringen China-Automarken mit frechem Design, kompletten Ausstattungspaketen und Kampfpreisen in Deutschland vor. „Kommt China, gehen die Gewinne“, murmelt man in der Branche. Für Aktionäre ist das eine bittere Aussage. Solange Volkswagen in China Marktanteile verliert und zu Hause unter Preisdruck steht, fehlt der Treibstoff für eine nachhaltige Kurserholung. Wer hier auf eine Wende setzt, wettet gegen den Trend. Das geht selten gut aus. Im neuen Substanz Investor 10/2026 widmen wir uns im Rahmen der Rubrik „Das große Bild“ ebenfalls der Malaise des einstigen Wirtschaftswunderkonzerns.

Zu den Märkten

Zwei Indizes, ein Halbjahr, zwei Temperamente. Seit Trumps erste Iran-Wende Ende März die Kriegspanik beendete, hat der DAX (grün) 12,5% zugelegt, der S&P 500 gut 18%. Bis Ende August lief der deutsche Leitindex sauber an seiner Aufwärtstrendlinie entlang und markierte am 28.8. mit 26.618 Punkten ein Rekordhoch. Anfang September rutschte er dann unter die Linie. Nach der Zinserhöhung der Fed ging es weiter abwärts. Einen ernsthaften Versuch, die Linie zurückzuerobern, gab es bislang nicht. Aus der Unterstützung ist ein Widerstand geworden, der inzwischen um 26.200 Punkte verläuft. Breit war die Rally auch zuvor nicht: Infineon, RWE und Bayer zogen den Index, während BMW, Mercedes-Benz, Rheinmetall und SAP seit Jahresbeginn zweistellig im Minus liegen.

Der S&P 500 (blau) schloss am Montag bei 7.765 Punkten und damit weniger als 0,5% unter seinem Rekord vom 13.8. Das gelang, obwohl die Fed die Zinsen erstmals seit mehr als drei Jahren angehoben hat und die zehnjährige US-Rendite nahe 5% liegt. Die bedrohliche Zinsentwicklung ist übrigens ein weiteres Schwerpunktthema im neuen Substanz Investor 10/2026, der zum Wochenende erscheint. Stabil ist der Index aber vor allem an der Oberfläche. Getragen wurde er zuletzt wieder von Halbleiter- und Technologieaktien. Der NASDAQ Composite steht auf Rekordhoch. Darunter sieht es allerdings anders aus: Am Montag legte der S&P 500 zwar um 1,5% zu, doch 30 seiner Mitglieder markierten neue 52-Wochen-Tiefs und nur sieben neue Hochs. Marktbreite geht anders.

Veranstaltungshinweis


Optionen starten – Einsteiger-Special am 31. Oktober
Ihre Aktien können mehr: Im Präsenzseminar „Optionen starten“ am 31. Oktober 2026 im Le Méridien München zeigt OptionEarner Einsteigern praxisnah, wie sich mit Stillhalterstrategien Prämien vereinnahmen oder Aktien günstiger erwerben lassen.
Zum Paket gehören der Seminartag, begleitende Live-Webinare und zehn Lernvideos. Aktuell kostet das Einsteigerpaket 790 Euro statt 1.250 Euro. Zusätzlich gilt eine Zufriedenheitsgarantie: Wer nicht zufrieden ist, erhält den vollen Seminarpreis zurück.
Als Gastreferent spricht Zukunftsforscher Dr. Ulrich Eberl über neueste Entwicklungen bei Künstlicher Intelligenz und Robotik. Exklusiv für Leser des Substanz Investor wird sein Buch „Unsere Überlebensformel“ kostenlos zugesendet.
Weiterhin erhältlich ist auch das OptionEarner-Masterpaket für 1.590 Euro mit beiden Präsenzseminaren, Live-Webinaren, zehn Lernvideos und einem Jahr OptionEarner PREMIUM.
31. Oktober 2026 | Le Méridien München
Aktionspreis: 790 Euro statt 1.250 Euro
Weitere Informationen: optionearner.com


Herbstzeit, Messezeit

Bereits am 3.10. findet in Frankfurt die Investmentkonferenz World of Value 2026 unter dem Motto „Investieren beginnt mit Klarheit“ statt. Es erwarten Sie Top-Referenten wie Dr. Markus Krall, Folker Hellmeyer, Thomas Bachheimer, General a.D. Harald Kujat und einige mehr. Daneben gibt es wieder umfangreiche Möglichkeiten zum mehrwertigen Netzwerken mit Gleichgesinnten. Im Rahmen der Konferenz steht auch wieder die Klarsprech-Podiumsdiskussion des alphaTrio auf dem Programm. Informationen gibt es auf der rückwärtigen Umschlagseite des Substanz Investor 9/2026 oder auf der Konferenz-Website. Mit dem Code „sub20“ im Checkout sparen Sie 20% auf Ihre Tickets.

Am 17.10. findet im Hotel Bayerischer Hof in München zum 14. Mal die Jahreskonferenz des Ludwig von Mises Instituts Deutschland statt. Leitthema ist der „Kulturkampf um den Westen“. Wie heftig dieser inzwischen tobt, weiß der Veranstalter aus eigener Erfahrung. Schon zum zweiten Mal nahm die Münchner „Abendzeitung“ die Konferenz ins Visier – diesmal mit dem zweifelhaften Erfolg, dass sich das Institut für das nächste Jahr einen neuen Veranstaltungsort suchen muss. Einen ausführlichen Bericht zu diesem Vorgang finden Sie im neuen Substanz Investor 10/2026. Für dieses Jahr bleibt alles noch einmal beim Alten. Hochkarätige Referenten wie Prof. Philipp Bagus und Prof. Thorsten Polleit schärfen den Blick des Publikums für die höchst realen Angriffe auf die Freiheit. Nähere Informationen finden Sie auf der Website des Instituts oder im Substanz Investor 9/2026 auf S. 19.

Etwas mehr Zeit bleibt bis zur Deutschen Goldmesse, die am 13. und 14.11. im The Westin Grand in Frankfurt stattfindet. Unter den Rednern sind der Edelmetallveteran Alasdair Macleod und Col. Douglas Macgregor. Der pensionierte Militär hat sich mit seinen geostrategischen Analysen und Einschätzungen eine große Fangemeinde erarbeitet. Zu den Vortragenden gehört auch Björn Paffrath, Herausgeber des „Der Rohstoff-König“-Anlegerbriefs und Kolumnist des Substanz Investor. Ein besonderes Highlight sind die aktuell rund 40 Minen- und Explorationsgesellschaften, die im Rahmen der Messe ausstellen. Hier gibt es nicht nur die Gelegenheit, sich mit anderen Investoren auszutauschen, sondern auch 1:1-Meetings mit Vertretern der Gesellschaften. Wer mehr wissen will, findet schon jetzt alle relevanten Infos auf der Seite der Deutschen Goldmesse.

Musterdepots

In unserer Rubrik Musterdepot finden Sie heute unser Monatsupdate – inklusive Tabelle und Transaktionsliste. Im Musterdepotbereich können Sie sich durch einfaches Blättern einen schnellen Überblick über die Transaktionen der letzten Wochen verschaffen. Um diesen Bereich zu lesen, müssen Sie Abonnent des Substanz Investor Magazins sein und sich auf der Substanz-Investor-Website einloggen. Sollten Sie Ihr Passwort vergessen haben, fordern Sie bitte ein neues an bei Mailto: abo@substanzinvestor.de.

Fazit

Das Superwahljahr 2026 ist vorbei. Die Karawane zieht weiter bzw. klebt sich fest.

Ralf Flierl, Frank Sauerland, Ralph Malisch

 

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Die Charts wurden erstellt mit stock3 und Tai-Pan von Lenz+Partner. Diese Rubrik erscheint jeden Mittwochnachmittag.

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