Jahresauftakt nach Maß
Eigentlich könnten wir die Bücher für dieses Jahr bereits wieder schließen: Denn die bislang aufgelaufene Rendite von rund 20% ist selbst für ein gutes Börsenjahr außergewöhnlich.
Eigentlich könnten wir die Bücher für dieses Jahr bereits wieder schließen: Denn die bislang aufgelaufene Rendite von rund 20% ist selbst für ein gutes Börsenjahr außergewöhnlich.
Die Inflation sollte fallen. Doch das macht sie nicht. Im Gegenteil: Sie steigt. Um die Wirtschaft in Zeiten der Corona-Pandemie vor dem Absturz zu bewahren, injizierten die Notenbanker Abermilliarden an frischem Geld in das Finanzsystem.
Rally war gestern. Doch was kommt morgen? Das will jeder Anleger wissen. Aber – wir müssen diese bittere Wahrheit verkünden – niemand weiß das. Auch nicht die größten Experten, nicht einmal milliardenschwere Hedgefonds-Manager. Was wir aber wissen – und um was es in der aktuell schwierigen Lage (Inflation, Israel/Iran, Ukraine) allein gehen kann – ist ein Verfahren, wie man das eigene Depot möglichst wenig zerzaust durch die nächsten, potenziell frühjahrsstürmischen Wochen bringt.
In der letzten Woche haben wir an dieser Stelle über die Cannabis-Legalisierung in Deutschland und die Hausse der entsprechenden Aktien berichtet. Unsere Leitlinie war dabei das alte Börsen-Bonmot „Buy the rumor, sell the fact“. Tatsächlich dauerte es auch gar nicht so lange, bis sich zeigte, dass auch die Cannabis-Pflanzen (noch?) nicht in den Himmel gewachsen sind.
Eher unspektakulär begann die Freigabe von Cannabis in Deutschland. Wer erwartet hatte, dass die Nation nun in süßlichen Rauchschwaden untergehen würde, sah sich getäuscht. Das Untergehen geschieht derweil auf ganz anderen Gebieten, etwa bei Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit, bei den Exporten und dem Wirtschaftswachstum.
DER SPIEGEL macht diese Woche mit einer Titelstory auf, die, und das ist eher selten, hohe Börsenrelevanz hat. Unter dem Titel „Der Elektroschock“ wird dort der Schlingerkurs der deutschen Automobilindustrie in Sachen E-Mobilität veranschaulicht. Daran, dass der E-Mobilität die Zukunft gehört, wird allerdings kaum ein Zweifel zugelassen.
Diese Frage stellte die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 25.2.2024 auf ihrer Titelseite angesichts der wirtschaftlichen Entwicklungen hierzulande. Mein persönlicher Eindruck, den ich sowohl im privaten als auch im geschäftlichen Bereich gewinne, lässt mich fast täglich zur gleichen Fragestellung kommen und mit einem bedauerlichen Ja beantworten.
Seit einigen Monaten gehen die Inflationsraten in den meisten Ländern zurück – aber ist damit das Problem der Geldentwertung gelöst? Nein! Zwar gehören Werte von über 10% wie im Herbst 2022 im Euroraum vorläufig der Vergangenheit an.
Armstrong: Im Wesentlichen geht es um den Geschäftszyklus. Sie werden feststellen, dass die Politik historisch gesehen mit dem Geschäftszyklus auf- und absteigt. Das ist nichts Mystisches oder Übernatürliches. Die Menschen hören nicht unbedingt auf die neuesten Statistiken über Inflation oder Ähnliches.
Was kommt nach den jüngsten Allzeithochs an den Börsen? Die überraschende Antwort ernstzunehmender Experten: neue Allzeithochs. Während hemdsärmelige US-Investoren kein Problem mit brutal optimistischen Zukunftserwartungen haben, fällt es den hiesigen, stets sorgengeplagten (Klein-)Anlegern oft schwer, sich vorzustellen, dass gut und sehr gut gelaufene Papiere auch weitere und immer neue Höchststände erzielen können.