Mehr über den Artikel erfahren Strohfeuer und echte Brände
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Strohfeuer und echte Brände

Kevin Warsh, nicht mehr ganz so frisch gebackener Chef der US-Notenbank Federal Reserve, hat am vergangenen Freitag in Jackson Hole eine Rede gehalten, die man in fünf Jahren noch zitieren wird. Nicht wegen einer Zinsentscheidung – die traf er nicht –, sondern wegen eines Satzes über die Zunft: „Die Verantwortung für 65 Monate anhaltend erhöhter Inflation liegt eindeutig bei der Notenbank.“ Das sagt kein Kritiker von außen, das sagt der amtierende Fed-Vorsitzende über sein eigenes Haus.

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Heißer Herbst

Auch wenn es unser diesmaliges Cover suggeriert: Es geht in unserer Titelgeschichte nicht um die unzähligen Feuer und Waldbrände v.a. im Süden Europas. Nein, die Headline steht für ein ganzes Bündel an möglichen Entwicklungen, welche die momentane Sommerruhe an den Börsen ab September mehr oder weniger abrupt beenden könnten.

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Zu guter Letzt: Rom hatte Zeit

Kein Imperium fällt im Vakuum, und die relative Stärke verschiebt sich lange vor dem sichtbaren Kollaps. So heißt es über Amerika. Beides trifft zu. Wer den Aufsteiger allerdings nur als Messgerät für fremden Niedergang liest, übersieht die eigentliche Nachricht: China ist der zweite Patient im selben Wartezimmer. Die Akte des ersten kennen Sie bereits.

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Mehr über den Artikel erfahren Interview: „Börse ist immer Börse geblieben“
Manfred Hübner und Patrick Hussy

Interview: „Börse ist immer Börse geblieben“

Hübner: Eine einzelne Woche herauszugreifen, ist schwer. Im Gedächtnis bleibt die erste: 100 Adressen im Verteiler, 50 Teilnehmer. Prägend sind seither eher Ereignisse als Wochen. Bei starker Polarisierung und negativen Stimmungsextremen stehen die Chancen gut. Dazu kommen Wochen, in denen uns die Daten überraschen: So sprang Anfang Juni der Konjunkturindex nach oben, während wir noch über das Ende der Merz-Regierung diskutierten.

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Woche der Wahrheit

Um mehr als 15% sollen Nvidias KI-Server teurer werden. Kaum sickerte die Meldung durch, setzten hektische Aktienverkäufe im Tech-Sektor ein. Allein am Montag verlor die Nvidia-Aktie (WKN: 918422) knapp 3%. Es war der siebte Verlusttag in Folge und damit die längste Negativserie seit 2022. Speicherhersteller wie Micron (WKN: 869020) und Western Digital (WKN: 863060) sackten zeitweise über 6% ab.

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Zentren des Wohlstands

Billige Energie erzeugt Wohlstand. Teure Energie kostet ihn. Die Empirie ist in dieser Hinsicht so eindeutig, dass man sich über jene nur noch wundern kann, die sie noch immer ignorieren oder sogar aktiv dagegen anarbeiten. Die immensen Kosten der deutschen Energiepolitik, die vom Wall Street Journal schon 2019 zur dümmsten der Welt gekoren wurde, schlüsseln wir im Beitrag „Deutscher Sonderweg“ vom 22.7. auf.

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Der Digitalkreislauf

Die US-Berichtssaison, die diese Woche bis auf einen Namen abgearbeitet ist, war der Statistik nach die stärkste seit Jahren. 86% der Unternehmen im S&P 500 haben die Gewinnschätzungen übertroffen, so viele wie seit dem zweiten Quartal 2021 nicht mehr; das gemittelte Gewinnwachstum liegt bei gut 50%. Wer darin schon die ganze Story sieht, sollte einen zweiten Blick riskieren.

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Hebel bei der Arbeit

Im Juli haben die Halbleiterwerte einen Absturz hingelegt, für den es keine einzige schlechte Nachricht aus dem operativen Geschäft gab. Micron (WKN: 869020) meldete den höchsten Quartalsumsatz seiner Geschichte, 41,46 Mrd. USD gegen einen Konsens von 35,84 Mrd. USD, und einen Gewinn je Aktie von 25,11 USD gegen erwartete 20,28 USD. Die Aktie verlor in derselben Woche 10,6% und über den Monat 28,7%. SK hynix (WKN: A1JWRE) wies für das zweite Quartal eine operative Marge von 76% aus und fiel am 28.7. in Seoul um 14,7%.

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Zahltag

Am 24. Juli legte Alphabet (WKN: A14Y6F) Zahlen vor, die oberflächlich glänzend aussahen. Der Umsatz stieg um 24% auf 119,8 Mrd. USD. Google Cloud wuchs um 82% auf 24,8 Mrd. USD, und die operative Marge dieser Sparte kletterte von 20,7% auf 35,6%. Wachstum und Margenausweitung gleichzeitig, bei dieser Größe – das schafft sonst niemand.

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